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Momentaufnahmen aus den Bergen und Ländern dieser Welt

Archive for ‘August, 2016’

Griechenland – Klettern zwischen Oliven und Platanen

Sommer in Griechenland, das bedeutet hitzeflirrende Luft, Temperaturen bis 40 Grad und Touristenmassen  am Meer.

Klettern? Fehlanzeige?

Nicht ganz. Man kann auch in Griechenland zur heissesten Zeit relativ gut klettern. Wo beschreibe ich im folgenden:

Pylli little gorge:

Der kleine Ort ca. eine halbe Stunde von den Felsenklöstern bei Meteora entfernt liegt am Fusse hoher Berge und einer kühlen Schlucht.

In eben dieser findet man eines der besten Sommerklettergebiete Griechenlands. Riesige Platanen spenden Schatten und meist weht ein angenehmer Wind.

Die meist überhängende Wand bietet Routen erster Güteklasse. Die Finger greifen Sinter, Löcher und Leisten. Im rechten Wandbereich ist die Wand zudem „nur“ mehr senkrecht und die Routen haben einen ganz anderen Charakter.

Alle Routen die ich geklettert bin waren abwechslungsreich und homogen zugleich. Fad wird einem hier bestimmt nicht so schnell. Die Absicherung ist perfekt mit Bohrhaken neuerem Datums und Ständen mit fixen Karabinern.

Als wir in Pilli ankamen hatte es sage und schreibe 37 Grad und doch konnte man in der Früh und am Abend gut klettern.

Abkühlung findet man entweder im Schatten der Bäume oder bei einem erfrischendem Bad im nahen Fluss.

Routen: geschätzt ca. 80, einige sind auch noch gar nicht im aktuellen Führer enthalten.

Schwierigkeiten: 6a – 8b

beste Zeit: Frühjahr, Sommer, Herbst. Im Sommer ist die Wand bis ca. 13.00 im Schatten und dann wieder ab ca. 17.00.

Übernachtung: es gibt direkt bei der Wand eine hölzerne Plattform auf der man sein Zelt aufstellen kann. Sonst am Fluss oder wer ein Zimmer möchte in Pilli (5 Minuten im Auto)

 Wasser: direkt bei der Wand gibt es eine Quelle

Topo und Anfahrt: Pyli little gorge

Lagada

In der Nähe der, von Legenden umwobenen, Stadt Sparta befindet sich dieses Kletterjuwel in den Bergen.

Auf 800m gelegen bietet sich dieses Gebiet für einen Besuch im Sommer oder Frühling an.

Aufgeteilt auf 4 Sektoren mit verschiedener Ausrichtung lässt es sich hier auch an heissen Tagen problemlos klettern.

In der Früh bietet sich der Sektor E an, welcher in einer kühlen von Platanen begrünten Schlucht steht.

In den bis zu 35m langen Ausdauerrouten, im rechten Wandbereich hangelt man sich an grossen Löchern gut griffig immer höher. Tolle steile Routen von 6a-6c+.

Lediglich die ganz leichten Routen rechts sollte man auslassen weil Sie durch brüchigen Fels führen.

Im linken Teil wird die Wand etwas kompakter und Leisten und Sinter wechseln sich ab. Auch eine kleine Höhle durch die eine schöne 7b+ zieht ist vorhanden.

Sektor Aloni und Petsanes:

Diese wunderschönen Sektoren liegen oberhalb der Strasse und bieten sich für einen Besuch am Nachmittag an.

Aloni ist ab ca. 15.00 im Schatten und Petsanes ab ca. 17.00.

Im Hochsommer empfiehlt sich ein Besuch aber sowieso erst nach 17.00. Meistens weht dann ein angenehmes Lüftchen und es lässt sich angenehm klettern.

Die Routen sind perfekt abgesichert und meistens mit einer Kette mit Karabiner ausgestattet.

Kletterei: Meist senkrechte bis leicht überhängende Wandkletterei an Sintern, Löchern und Leisten. Sehr Abwechslungsreich und niemals monoton.

In der Höhle vom Sektor Petsanes sollte man sich unbedingt die Route „This is Sparta“ 7b+/ 7c anschauen.

Übernachtung: Campen in der Schlucht oder in der Hütte beim Sektor Aloni.

Wasser: Entlang der Strasse gibt es einige Quellen. Am besten in Tripi noch auffüllen.

Abkühlung: Unterhalb von Tripi befindet sich ein kleines Flüsschen in dem man sich perfekt erfrischen kann.

Topo: Übersicht Lagada

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Montenegro-Prokletije Massiv-Karanfil Mountains

Vom wunderschönen Grebaje Tal, welches sich im äussersten Südöstlichen Zipfel Montenegros, an der Grenze zu Albanien erstreckt hat man einen wunderbaren Ausgangspunkt für diverse Touren ins Prokletije Massiv.
1. Tour  

Grebaje Tal. Aussichtstour zum Valušnica (1.879m), Popadija-Talijanka (2.057m)

Eine schöne Rundtour mit grossartigen Ausblicken zum Prokletije Gebirge. Beim Nationalpark Zollhäuschen links hinauf zur Serbischen Alpenvereinshütte und auf gut ausgeschildertem Weg durch schattigen Laubwald zu einer saftigen Wiese.

Hier kann man entweder zuerst links Richtung Valušnica gehen, oder man zweigt rechts Richtung Popadija ab und kommt dann über die Bergrücken zum Valušnica.

Man geht hier auf der albanisch – montenegrinischen Grenze und hat Tiefblicke in verschiedene Täler.

Gehzeit: ca. 6 Stunden, etwa 1.100 Höhenmeter







2. Tour

Grebaje Valley
– Sjeverni Vrh – Juzni Vrh höchster Gipfel 2.490m 

Die Tour führt im Grebaje Tal auf der linken Seite kurz vor Talschluss steil auf die Karanfil Gipfel.

Man geht nach den letzten Häusern immer weiter Richtung Talschluss bis links ein Weg abzweigt.

Am Hauptweg befindet sich auch ein grosser Fels auf dessen Rückseite Karanfil steht mit Pfeil nach rechts.

Sieht man aber wie gesagt nur wenn man von der anderen Richtung kommt.

Die ersten paar hundert Höhenmeter geht es auf gut markierten Steig in steilen Serpentinen höher bis man ein Geröllkar erreicht.

Dort an der linken Seite des Kars weiter bis zu dessen Ende und auf dem Gras bewachsenen Steilstück hinauf bis zu einer kleinen Scharte. Jetzt ist man auf der Rückseite des Berges und blickt Richtung Albanien.

Man sieht von hier auch den höchsten Berg des Prokletije Massivs, den 2.694m hohen Maja e Jezerce der auf albanischer Seite steht.

Eine kurze Seilversicherte Stelle folgt, bevor es links weiter über steiles, felsdurchsetztes Gras Richtung Gipfel geht.

Fallen sollte man hier nicht, links geht es ca. 2.000m steil ins Tal hinunter. Auch bei Regen ist dieser Teil durch das Gras rutschige Gras heikel..

Markierungen sind vorhanden ein Gespür für Wegfindung hilft jedoch ungemein.

Der erste Gipfel den man erreicht ist der 2.460m hohe Sjeverni Vrh.

Die Mühen werden mit einer wunderbaren Panoramaaussicht belohnt. Montenegro und Albanien reichen sich die Hände und die Grenze ist nur mehr ein gedachter Strich.

Folgt man dem ausgestzten Grat weiter erreicht man noch den um 30 m höheren Veliki Vrh und schließlich den wieder niedrigeren Juzni Vrh.

Trittsicherheit und ein Auge für lose Steine sind für den Grat die Vorraussetzung.

Eine anspruchsvolle, einsame Tour die durch die archaische und wilde Berglandschaft auf einige der höchsten Prokletije Gipfel führt.

Gehzeit:

8 – 10 Stunden, etwa 1.800 Höhenmeter, zum Ende hin ausgesetzt, Trittsicherheit erforderlich