Siurana – Klettern in Katalonien

Gemeinsam statt Einsam war unser Motto und so machten sich 9 Tiroler und ein spanischer Serfauser 🙂 auf in den Süden um über den Tellerrand der Alpen hinaus in die unendlichen weiten der spanischen Kalksteinklettergebiete zu schauen. Eine holländische Fluglinie machte uns fast einen Strich durch die Rechnung doch am Ende ging alles Gut…

750_8519
Boy’z in da House in Siurana (Georg, Daniel, Arthur, Stefan, Bernd, Wendelin, Michi, Martin und Jose)

La Rambla und andere Denkmäler

Siurana dürfte wohl jedem eingefleischtem Kletterer ein Begriff sein. Wer die Wand von „El Pati“ einmal in Natura vor sich gesehen hat, weiss warum sich hier die Meister der Sportkletterszene treffen. Ehrfürchtig schweifft der Blick über den orange-roten bis grauen Fels und erblickt dabei Überhänge, Verschneidungen und Dächer die geradezu für das Klettern gemacht zu scheinen.

Mit Routen wie la Rambla (9a+), Estado critico (9a) oder Golpe de Estado (9b) wurde hier Klettergeschichte geschrieben.

La Rambla direct oder la Rambla extension ist eine von Alexander Huber 1994 eröffnete Route. Sie beginnt in einer abdrängenden Verschneidung und endete ursprünglich in 35 Metern Höhe, wobei sie 15 Metern überhängt. Obwohl Alexander Huber eigentlich geplant hatte die Route zu verlängern lies er dies nach einem Griffausbruch sein. Dani Andrada fand dann eine Travers Variante und so verlängerte sich die Route auf 41 Metern. Alexander Huber meinte, dass die Verlängerung den Grad von 9a nicht erhöht. Heute ist die Route jedoch mit 9a+ bewertet und stellte somit eine der ersten Routen in diesem Grad dar.

750_8250
Sektor „El Pati“ mit la Rambla im linken Bereich

 

Spielplatz für Alle

Gottseidank bietet Siurana nicht nur dem Elite Kletterer einen perfekten Spielplatz sondern auch dem ambitionierten Amateur. Es gibt zwar einige 6a’s und auch den ein oder anderen 5er, eine größere Auwahl hat man jedoch wenn man mindestens 6b, besser noch 6c/ 7a klettert.

Der Fels in Siurana ist meist bombenfester Kalk der mit Leisten, Löchern, Auflegern und Rissen aufwartet. Genau dieser Mix ist es auch der das Klettern so richtig intressant machte. Im Sektor L‘ Aparador gibt es zum Beispiel im linken Teil technische und boulderlastige Routen wie die wunderbare Petitona 7b und weiter rechts 40m lange Ausdauerhämmmer wie die Routen Llaraguda 7b+ (extrem knackiger Riss), Solo a Solas 7c (Ausdauer mit Runouts) und Rauxa 7b (Rissverschneidung mit Boulderfinisch).

750_8588
Die Route Solos a Solas 7c, Sektor L‘ Aparador, 38m

Espero Primavera

Viele Sektoren in Siurana sind Südseitig ausgerichtet und bieten sich deshalb auch in der kalten Jahreszeit zum klettern an. Im Oktober war es in der Sonne für mich fast zu warm aber das ist wohl Geschmackssache. Es gibt ja auch noch genügend schattige Sektoren wie zum Beispile L‘ Aparador oder Cal’onassis die bis zum Nachmittag im Schatten liegen.

Im Sektor Espero Primavera, zu deutsch Ich erwarte den Frühling sollte man nicht klettern wenn es zu heiss ist. Die Routen dort sind allerdings fantastisch. Sehr zu empfehlen der Megaklassiker, Mandragora 7b+, Papagora 7b+ und Remena Nena, harte 7a.

750_8461
Pablo in „Mandragora“ 7b+, Sektor Espero Primavera. Spannende Kletterei!

Unterkunft

Das Dörfchen Siurana, direkt auf den Felsen bietet einen Campinplatz. Wir bevorzugten jedoch Cornudella de Montsant. Ein netter kleiner katalanischer Ort nur 10 Autominuten von den Felsen entfernt. Die Unterkunft la Viletta war für 10 Personen perfekt.

750_8474
Siurana bei Sonnenuntergang

 

Fotoalbum

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ticklist:

  • Solos a Solas, 7C , L’Aparador
  • La Mandragora, 7b+, flash, Espero Primavera
  • El Petitona 7b, L’Aparador
  • Fandango, 7b, El Falco- Arboli
  • Remena Nena, 7a, OS, Espero Primavera

 

Advertisements

ALPS Project Challenge – Frankenjura

Die Route Action Directe (11) kennen die meisten Kletterer wahrscheinlich und auch den Mann welcher diese erst beging. Nämlich Wolfgang Güllich. Spätestens seit dieser Erstbegehung ist das Frankenjura wohl das bekannteste Sportklettergebiet Deutschlands und mit seinen unzähligen Felsen und unglaublichen 11.000 Routen gibt es für jedermann und jede Frau den passenden Felsen.

Auch unsere kleine Gruppe bestehend aus Neele, Lauri, Mari, Timo, Thomas und mir ging unter der Leitung von Hati Finsterer und Andi Hoffmann an die heiligen Löcher der Fränkischen.

Wir wollten zwar nicht gleich die Action Directe durchsteigen, doch unsere Ziele waren auch ambitioniert und dem ein oder anderen Zweifingerloch lehrten wir das fürchten bzw. manchmal auch umgekehrt 🙂

Gratulation an Mari, die als erste unserer Gruppe Ihr Projekt mit Bravour abhacken konnte. Das zweite treffen der Project Challenge Gruppe war ein voller Erfolg und das klettern in der Gruppe war glaub ich für jeden sehr motivierend. Es bildete sich ein super Teamspirit am Fels und auch abseits davon. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder und wünsche jedem viel Erfolg mit seinem/ Ihrem Projekt.

Wer mehr zur ALPS Project Challenge erfahren will kann sich hier informieren:

ALPS PROJECT CHALLENGE 2017

Felsen die wir besuchten:

  • Roter Fels
  • Wolkensteiner Wand
  • Püttlacher Wand
  • Schlossbergwände
  • Weissenstein
750_6881
Timo und die Meister
750_6894
Andi Hoffmann in der Abseits Falle 8-
750_6900
die Mädels lassen die Muckis spielen
750_6910
Neele in Ike Bana, einer super 7a an der Püttlacher Wand
750_6905
saubere Haltung und sauberes sichern bei Thomas 😉
750_7057
Mari steigt ihr Projekt, den Entsafter am Weissenstein durch
750_7038
Entsafter, 7b. Nomen est Omen 🙂
750_7206
Abendstimmung am Weissenstein
750_7118
ich beim entsaften (Bild: Timo Skarwan)
750_7238
danach braucht man anständige Fränkische Kost
750_7263
Nacht am Campingplatz in Morschreuth

Dolomiten, Super Tegolina 7a, Lastoni di Formin

Eine 8-Seillängen Route am Lastoni di Formin. Die Kletterei ist sehr abwechslungsreich, man startet gleich zu Beginn in einen Fingerriss wie man ihn eher aus den USA kennt oder auch nicht wie ich 🙂

Auf jeden Fall sollten die Finger aufgewärmt sein. Ansonsten herrscht schwarzer Fels mit Löchern Leisten und Seitgriffen vor. Allgemein ist die Route athletisch aber auch Technik ist gefragt, speziell in der2. Seillänge.

Die Tour ist bis ca. 2 Uhr im Schatten, danach hat man Sonne. Die Absicherung ist recht gut wenngleich die Haken durchaus weiter auseinander stecken und es gibt auch den ein oder anderen Runout. Ein paar Friends empfehlen sich zur zusätzlichen Absicherung.

In der letzten Seillänge querten wir rechts zu einem Stand der aber nicht im Topo steht, Es würde auch geradeaus weiter gehen, allerdings fand ich keinen Bolt und der letzte Borhaken ist schon ziemlich weit unter einem..

FAZIT: schöne Tour mit toller Aussicht, an kalten Tagen empfiehlt es sich aber auf die Sonne zu warten.

Hohe Munde 2.662m Überschreitung West-Ost

Eine super Tour die vom Parkplatz Strasserbghaus über die niedere Munde zuerst zum Ostgipfel (2.662m) und schliesslich zum Westgipfel (2.592m) führt.

Der Abstieg erfolgt dann zur Rauthütte und von dort weiter zur Buchener Höhe wo das Auto geparkt ist.

Der Weg vom Ost- zum Westgipfel führt über einen Seil versicherten, recht steilen Steig zuerst hinab und dann wieder aufwärts.

Gesamt Gehzeit etwa 7 Stunden und ca. 1.700 hm im Auf- und Abstieg. Der Abstieg zur Rauthütte ist etwas zermürbernd, da sehr steil und steinig. Stöcke sind hier ratsam.

DSCN9937 (1)
Inntal und Gaistal
Bildschirmfoto 2017-07-13 um 23.45.02.png
GPS Track in Google Earth
IMAG3478
Ostgipfel
DSCN9902
Wolkenmeer
DSCN9925
Blickrichtung Gipfel von der niederen Munde
DSCN9926
Blick aufs Wetterstein
DSCN9927
schöner Übergang
DSCN9932
der lange Rücken zum Westgipfel

1 Tag in Arco

Als wir kurz vor Brixen das erste mal lesen: „Sella Joch gesperrt“ ahnen wir nichts gutes.

Bei der Ausfahrt Brixen wird unser Verdacht durch einen mürrischen Beamten der italienischen Autobahnmaut erhärtet. Nach kurzer Beratung bei einem Capuccino in der nächsten Bar beschliessen wir kurzerhand nach Arco weiterzufahren.  

Also anstatt Alpin Feeling in den Dolomiten mediterrane Gefühle am Gardasee.

Aber was soll’s. Kurz nach 10.00 stehen wir unter der imposanten Colodri-Südwestwand und steigen bei leichter Bewölkung in die „Giovanni Segantini“ ein.

Die angenehem Wolken halten gerade bis nach der ersten Seillänge, danach wirds recht unangenehm heiss und die schweren Seillängen werden deswegen nicht leichter. In der 2. Seillänge, die ich vorsteige, tue ich mir schon ziemlich schwer, auch die recht weiten Bohrhackenabstände helfen nicht gerade beim entspannen.

1. SL, es geht gleich zur Sache pic: S.Morettini

Stefano steigt die 3. Seillänge vor, eine steile 7a muss jedoch auch einmal sitzen. Ich kämpfe mich im Nachstieg hinauf, habe aber in der Schlüsselsequenz am Ende der Länge weder den Biss noch die Kraft die kleinen Griffe anständig zu zuschrauben und so sitze auch ich.

Am Stand angekommen sehne ich mich in den Swimmingpool, den wir tief unter uns blau leuchten sehen. Ich fühle mich etwas weichgekocht in der Marille und so bitte ich Stefano den Vorstieg der nächsten Länge zu übernehmen. 

Der Nachstieg ist dann auch nicht der pure Genuss aber zumindest den mentalen Aspekt kann ich ignorieren. Ich greife auch mal in die Expresse weil den Gedanken an eine Rotpunkt Begehung habe ich längst über Bord geworfen. Heute läuft es eben nicht wie ich mir das ausgemalt habe, deswegen überlasse ich auch Länge 5, ein überhängender, scharfkantiger Riss, Stefano.

3. SL pic: S.Morettini

Stefano hat zwar auch ein paar Sitzer kämpft sich aber taper hinauf. Länge 6 und 7 sind dann die ersten „leichten“ im Grad 7-. Nachdem die Sonne nun aus der Wand ist und ich mich etwas erholt habe steige ich diese zwei Längen vor. Die Kletterei ist hier zwar leichter aber die Abstände auch recht weit. Irgendwie gelingt es mir aber mein Selbstvertrauen zurück zu gewinnen und so beschliesse ich auch die 8. und vorletzte Seillänge vorzusteigen. Im Grad 8-/8 steigt man über plattige Stellen und Wasserillen bis zu einer guten Schuppe auf und siehe da mir gelingt alles im Onsight.

Ich bin glücklich und versöhne mich sozusagen noch mit der Route. 

Danach folgt noch eine Seillänge im 6. Grad und am Ende stehen wir müde und erschöpft am Gipfel des Colodri.

Nachdem wir die geschwollenen Zehen endlich aus den Schuhen ziehen konnten und ein kühles Bier vor uns steht haben wir auch die Torturen von vorhin schnell vergessen 🙂

Am Ende sicher keine lupenreine Rotpunktbegehung aber ein Abenteuer war es allemal!

Die Wand pic: S.Morettini

TOPO von Bergsteigen.com

 

Finally, Schuhe aus, Bier raus!

Blog Stefano: http://becauseflatsucks.blogspot.co.at/?m=1


Plaisir im Gschnitztal – „Urknall – 7“

Nur etwa eine halbe Stunde von Innsbruck entfernt liegt das ursprünglich belassene Gschnitztal. Keine großen Liftanlagen, keine Hotelburgen sondern nur die naturbelassenen, grünen Hänge der Stubaier Alpen findet man dort.

Im Ort Gschnitz geht es links hinauf zur schön gelegenen Panoramarast St. Magdalena. Dort versorgt Hüttenwirt Peter Pranger seine Gäste mit Speis und Trank.

Hinter der Hütte gibt es einen Sportklettergarten sowie mehere alpine Sportkletterrouten: TOPO St. Magdalena weitere topos gibt es beim Wirt selbst, einfach fragen.

Wir entscheiden uns für den „Klassiker Urknall“, eine fünf Seillängen Route im 7. Grad. Die Route ist komplett eingebohrt, mit sehr kurzen Abständen. Seillänge 2 und 3 kann man auch zusammenhängen. Die Wand ist nur and die 100 Meter hoch und doch kommt ein kleinwenig Dolomiten Feeling auf, vor allem des Felses wegen. Die Tour lässt sich auch ideal mit der daneben liegenden „Made in Tirol“ (8) kombinieren.

Für alle die nicht klettern, es gibt auch einen neuen Klettersteig bis zur Hütte.

IMG_8266
super Verschneidung in der letzten Seillänge
IMG_2026
Aussicht in Gschnitztal
IMG_8259
die 2. Seillänge
IMG_2029
Zustieg ca. 45 min ab Parkplatz
IMG_2033
Obernberger Tribulaun
IMG_2038
St. Magdalena
IMG_2043
gute Stärkung nach dem Klettern
IMG_8257
die 1. SL ist a bissl schrofig 🙂
IMG_8279
am Ende gibts an Schnaps 🙂 Prost!

thx Stefano for the Photos!