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Hechenberg – Bachmannpfeiler (VI+)?

Erstbegangen 1949 von M. Bachmann und K. Stöger.

Eine spontan Aktion, nach kurzfristigem Ausfall eines Kletterpartners in der Früh (eigentlich wollten wir eine Tour von Ralf Sussmann im Karwendel machen) führte mich unverhofft zu diesem Klassiker am Hechenberg.

Schon oft vorbeigefahren, schon oft hinauf gesehen und gedacht wie es wohl wäre hier zu klettern. Neben der Martinswand, deren Routen doch überwiegend mit Borhaken abgesichert sind ist der Hechenberg eher das Gegenteil.

Eine spärliche Absicherung mit Schlaghaken und der nicht wirklich überall feste Fels lässt Spannung aufkommen wenn man so will.

Trotzdem war es an diesem Tag für mich nur bedingt ernst da wir in der dreier Seilschaft mit Alex und Felix jede Menge Spaß hatten und ich mich im Nachstieg relativ entspannen konnte.

Die Tour ist jedoch alles andere als Plaisir und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Auch wenn die Schwierigkeiten am Papier nicht allzu hoch wirken ist die Kletterei sehr gewöhnungs bedürftigt und die steilen Verschneidungen nicht leicht zu lesen. Darüber hinaus ist der Fels oft zum „mit nach Hause nehmen“. Sprich die Griffe sollten zuerst gut auf ihre Festigkeit geprüft werden.

Einige alte Rostgurken Schlaghaken sind vorhanden und ein paar wenige neueren Datums. Die Infrastruktur ist dementsprechend zu ergänzen 🙂

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2. Seillänge

wir in der steilen 5. SL

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Locker vom Hocker

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beim Abseilen

Knapp Köchler:

1.SL: Vorbau kann an mehreren Stellen überwunden werden. Stand an einem Klebehaken.

2. SL: Zuerst denkt man man muss dem Bogen entlang der Untergriffschuppe folgen doch die Haken stecken tiefer in der Platte die sich mit viel Balancegefühl überwinden lässt.

3. SL: Ein technischer Riss mit wenigen Tritten auf der glatten Platte. Nicht einfach zu lesen.

4. SL: Anfangs eine schöne Verschneidung, dann gehts links hinaus über eine steile gut strukturierte Wand bis unter den Überhang.

5. SL: Kurze, schwere Stelle am Anfang dann hinein in die überhängende Verschneidung. Die Griffe sind ziemlich gut aber nicht immer ganz fest. Deshalb gut hinschauen an welchem Henkel man hier zerrt. Am Ende hilft noch ein Cam. 2 um den Runout zum Stand zu entschärfen.

6. SL: Über schöne, gut abzusichernde Risse bis zum Stand.

7. SL: Eine ziemlich steile aber kurze Verschneidung will überwunden werden bis man über recht brüchiges Gelände gerade hinauf zum Stand klettert. Achtung links draussen ist der Stand von Doc Holiday.

8. SL: Schaut schlimmer aus als es ist und lässt sich ganz gut klettern.

Abseilen über die Route funktioniert super. Stände haben alle Metallring.