Dolomiten, Super Tegolina 7a, Lastoni di Formin

Eine 8-Seillängen Route am Lastoni di Formin. Die Kletterei ist sehr abwechslungsreich, man startet gleich zu Beginn in einen Fingerriss wie man ihn eher aus den USA kennt oder auch nicht wie ich 🙂

Auf jeden Fall sollten die Finger aufgewärmt sein. Ansonsten herrscht schwarzer Fels mit Löchern Leisten und Seitgriffen vor. Allgemein ist die Route athletisch aber auch Technik ist gefragt, speziell in der2. Seillänge.

Die Tour ist bis ca. 2 Uhr im Schatten, danach hat man Sonne. Die Absicherung ist recht gut wenngleich die Haken durchaus weiter auseinander stecken und es gibt auch den ein oder anderen Runout. Ein paar Friends empfehlen sich zur zusätzlichen Absicherung.

In der letzten Seillänge querten wir rechts zu einem Stand der aber nicht im Topo steht, Es würde auch geradeaus weiter gehen, allerdings fand ich keinen Bolt und der letzte Borhaken ist schon ziemlich weit unter einem..

FAZIT: schöne Tour mit toller Aussicht, an kalten Tagen empfiehlt es sich aber auf die Sonne zu warten.

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1 Tag in Arco

Als wir kurz vor Brixen das erste mal lesen: „Sella Joch gesperrt“ ahnen wir nichts gutes.

Bei der Ausfahrt Brixen wird unser Verdacht durch einen mürrischen Beamten der italienischen Autobahnmaut erhärtet. Nach kurzer Beratung bei einem Capuccino in der nächsten Bar beschliessen wir kurzerhand nach Arco weiterzufahren.  

Also anstatt Alpin Feeling in den Dolomiten mediterrane Gefühle am Gardasee.

Aber was soll’s. Kurz nach 10.00 stehen wir unter der imposanten Colodri-Südwestwand und steigen bei leichter Bewölkung in die „Giovanni Segantini“ ein.

Die angenehem Wolken halten gerade bis nach der ersten Seillänge, danach wirds recht unangenehm heiss und die schweren Seillängen werden deswegen nicht leichter. In der 2. Seillänge, die ich vorsteige, tue ich mir schon ziemlich schwer, auch die recht weiten Bohrhackenabstände helfen nicht gerade beim entspannen.

1. SL, es geht gleich zur Sache pic: S.Morettini

Stefano steigt die 3. Seillänge vor, eine steile 7a muss jedoch auch einmal sitzen. Ich kämpfe mich im Nachstieg hinauf, habe aber in der Schlüsselsequenz am Ende der Länge weder den Biss noch die Kraft die kleinen Griffe anständig zu zuschrauben und so sitze auch ich.

Am Stand angekommen sehne ich mich in den Swimmingpool, den wir tief unter uns blau leuchten sehen. Ich fühle mich etwas weichgekocht in der Marille und so bitte ich Stefano den Vorstieg der nächsten Länge zu übernehmen. 

Der Nachstieg ist dann auch nicht der pure Genuss aber zumindest den mentalen Aspekt kann ich ignorieren. Ich greife auch mal in die Expresse weil den Gedanken an eine Rotpunkt Begehung habe ich längst über Bord geworfen. Heute läuft es eben nicht wie ich mir das ausgemalt habe, deswegen überlasse ich auch Länge 5, ein überhängender, scharfkantiger Riss, Stefano.

3. SL pic: S.Morettini

Stefano hat zwar auch ein paar Sitzer kämpft sich aber taper hinauf. Länge 6 und 7 sind dann die ersten „leichten“ im Grad 7-. Nachdem die Sonne nun aus der Wand ist und ich mich etwas erholt habe steige ich diese zwei Längen vor. Die Kletterei ist hier zwar leichter aber die Abstände auch recht weit. Irgendwie gelingt es mir aber mein Selbstvertrauen zurück zu gewinnen und so beschliesse ich auch die 8. und vorletzte Seillänge vorzusteigen. Im Grad 8-/8 steigt man über plattige Stellen und Wasserillen bis zu einer guten Schuppe auf und siehe da mir gelingt alles im Onsight.

Ich bin glücklich und versöhne mich sozusagen noch mit der Route. 

Danach folgt noch eine Seillänge im 6. Grad und am Ende stehen wir müde und erschöpft am Gipfel des Colodri.

Nachdem wir die geschwollenen Zehen endlich aus den Schuhen ziehen konnten und ein kühles Bier vor uns steht haben wir auch die Torturen von vorhin schnell vergessen 🙂

Am Ende sicher keine lupenreine Rotpunktbegehung aber ein Abenteuer war es allemal!

Die Wand pic: S.Morettini

TOPO von Bergsteigen.com

 

Finally, Schuhe aus, Bier raus!

Blog Stefano: http://becauseflatsucks.blogspot.co.at/?m=1


Klettern in Ceredo

Nicht weit entfernt von Arco und doch ganz anders – sanfte Bergkuppen und saftige Wiesen umgeben das Bergdörfchen Ceredo. Eine Pizzeria, ein paar Häuser und ein super Klettergebiet.

Was braucht man mehr für ein Wochenende? Ich meine nicht viel, villeicht etwas Ausdauer in den Armen für die langen Routen 🙂

Der massive Felsriegel erinnert in Form und Art des Gesteins an Massone, nur dass die Routen nicht ganz so abgespeckt sind wie dort.

Die Linien sind alle saniert wenngleich auch manchmal mit etwas weiteren Abständen. Ein 80 m Seil schadet jedenfalls nicht.

Neben der Hauptwand gibt es noch den Sektor Ceredo Alto und Falcone. Falcone ist etwas neuer und der Fels dort kompakter und geschlossener. Man erreicht diesen Sektor direkt vom Ort aus, dazu geht man von der Pizzeria auf der Strasse ca. 200 m hinauf und dann geht es rechts zwischen Häusern einen markierten Weg hinunter.

eine Routenauswahl Ceredo Hauptteil (alle sehr empfehlenswert):

  • Blanca Canyon 6a+/b
  • no Fly Zone 7a
  • Ceredosaurus Test 6c+
  • Polska 6b
  • Pioggia di Luce 6b
  • the Scream 6c+

Bewertung:  wir empfanden die Bewertung im Hauptsektor generell als eher „knackig“. Geschenkt wird einem jedenfalls nichts 🙂

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Falcone, Route Crack Test
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Falcone
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Die Route Sammino 7a+..
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..hat ein steiles Dach..
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und tolle Strukturen im oberen Teil
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Super Sinter gibts im Hauptsektor, Route „No fly Zone“ 7a
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Zimmer mit Aussicht
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Cerdeo Hauptsektor
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Cerdeo Hauptsektor
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je weiter rechts desto überhängender, Cerdeo Hauptsektor
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im „Ceredosaurustest“, 6c+ gehts ziemlich pumpig zur Sache
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Cerdeo Hauptsektor

 

 

 

 

Fotolovestory Klettergarten Nassereith

Ich bin seit kurzem stolzer Besitzer einer Nikon D-750 Spiegelreflexkamera. Leider komme ich viel zu selten dazu diese auch einzusetzen. Vor allem möchte ich mehr Fotos am Fels machen, wobei das Gewicht und die Grösse der Kamera nicht immer von Vorteil sind und ich oft vor der Überlegung stehe ob ich das Ding überhaupt mitschleppen soll. Schliesslich will ich ja auch klettern und das fotografieren kostet ja auch Zeit. Letzten Sonntag war es jedoch wieder soweit und gemeinsam mit  Moritz und Pablo gings Richtung Nassereith. Dabei war auch meine neue Nikon D-750 und natürlich musste ich ein paar Fotos schiessen.

Die Perspektive aus welcher man einen Kletterer fotografiert ist dabei ja ganz entscheidend. Fotos die von unten nach oben aufgenommen werden sind meistens zeimlich fad und zeigen oft nur den Allerwertesten des Protagonisten. Wer will das schon sehen?

Ein Blickwinkel von der Seite oder aus der Vogelperspektive machen das Bild schon wesentlich intressanter. Die Schwierigkeit besteht nur darin sich zuerst in diese Postion zu begeben. In unserem Fall konnte ich über die Route im Toprope mit Rucksack am Rücken bis zur vorletzen Expresse klettern bzw. mich an den Expressen hinaufziehen und von dort nach unten fotografieren.

Das Klettern mit einer Spiegelreflexkamera im Rucksack ist jedoch nicht ideal und falls man sich nicht über die Expressen rauf ziehen kann sind Steigklemmen sicher von Vorteil. Eine gute Perspektive erzielt man auch wenn man leicht nach links oder rechts versetzt von oben auf die Route schaut.

Hier auf jeden Fall die Ergebnisse von unserem Fotoshooting 🙂 Hoffentlich folgen noch mehrere.

Route Bon Courage 7c+, Protagonisten: Moritz, Pablo und der Fels

 

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Pablo in einer 7b+, „a muerte“ 🙂

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Ein schöner Nachmittag in der Galerie

750_3297Immer wieder einen Besuch wert ist die Galerie in der Martinswand. Ein Klettergebiet das durch seine schönen langen Wandklettereien und seine geniale Aussicht punktet. Ungewöhnlich ist auch die Lochkletterei die man sonst an der Martinswand nicht findet.

Mittlerweile gibt es 57 Routen und somit findet hier sicher jeder etwas.

Michi, Moritz, Pablo und ich haben einen super enstpannten Nachmittag verbracht und uns alle in dem 7a+ Testpiece „Henkel trocken“ versucht. Der Henkel war heute auch trocken und ich konnte die Route jetzt auch mal abhacken 🙂

hier noch einige Bilder:

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auf den Bergen weiss und die Sonne heiss
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um zur Henkel trocken zu gelangen muss man auch ein bisschen klettern
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Name of the Game
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Pablo im Mittelteil
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Michi checkt die Tour aus
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Ich am Weg zur zweiten Exe
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einer arbeitet und die anderen schauen zu 🙂
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Moritz beim Einstieg
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Michi sucht die Griffe
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am Ende war die Sonne schon weg

Teil II: 2 Tage in den Dolomiten, 2 unterschiedliche Routen

Aspettando la vetta – 11 SL, 6c (6b+ obligat), Tofana die Rozes – 1. Tofana Pfeiler

Erstbegeher: M. da Pozzo und G. Menghin 2004

Zwar auch eine alpine Sportkletterroute, da mit Bolts versehen, vom Charakter aber ganz anders als The Wall.

Seillängen mit 50 m und mehr mit wenigen Borhacken prägen hier das Bild. Die Crux für mich war gleich die erste Seillänge nach der Rampe. Eine 50 m lange, 6b mit 4 Borhacken. Die Abstände zwischen den Hacken sind dementsprechend 10 Meter und mehr. In dem grauen bis schwarzen Fels zudem schwer zu erspähen.

Unser Topo war auch nicht das genaueste und ehrlich gesagt wenig hilfreich in der Routenfindung. Mit dem Planetmaountain – Topo hätte ich mir um eininges leichter getan.

Dies führte dann dazu, dass ich plötzlich 10 m über dem letzten Borhacken die Orientierung verloren habe und ziemlich hilflos in der Wand stand. Ich sah weder den nächsten Borhacken noch einen Standplatz wusste aber das dieser nicht mehr weit sein konnte.

Gottseidank hatte ich einen recht guten Platz zum rasten und konnte mir so die weitere Vorgehensweise überlegen. Ich hatte zwar zuvor noch zwei Keile gelegt war mir aber deren Bremswirkung im Falle eines Sturzes nicht ganz sicher. Zudem die letzte „Nuss“ nachdem ich Sie überklettert hatte einmal aus dem Riss rutschte da dieser nach links offen war. Ich sah mich also gezwungen wieder zurück zu klettern und eine neue Nuss zu legen.

Nach langem hin und her und abwegen wo es denn am einfachsten wäre, beschloss ich nun rechts zu klettern um so den Seilzug in den Riss zu haben und zu vermeiden, dass sich meine letzte Absicherung wieder verselbstständigte.

Meine Hände waren schon ziemlich schweissnass ich „chalkte“ noch einmal und dann ging’s los. Ein, zweimal höher Steigen, ein Griff an eine kleine Leiste und schliesslich zur rettenden Schuppe die ich schon vorher anvisiert hatte. Dort brachte ich mit etwas zitternden Händen noch einen kleinen Friend unter erblickte ca. 5m rechts von mir auch den Standplatz.

Die Querung war dann recht einfach und so war der  Spuck dieser Seillänge nun endlich vorbei. Mein Seilpartner machte auch ein Kreuzzeichen als die Zwangspause vorüber war und er nachkommen konnte.

Die nächsten Seillängen gingen dann alle überraschend gut auf und ich kam doch noch in einen richtigen „Flow“. Vielleicht hatte ich auch einfach von der ersten Seillänge gelernt und schaute nun einfach besser wo es entlang ging ;))

Fazit: Ein bisschen Adrenalin schadet nicht und ist gut für die Aufmerksamkeit.

Link: Blog von Stefano meinem Kletterpartner

 

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in der 6c Seillänge
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beim Dach

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