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Momentaufnahmen aus den Bergen und Ländern dieser Welt

Archive for ‘Oktober, 2018’

Klettern – Wilder Kaiser – Kopfkraxen, Gemini, 470m, 7+

An einem wunderschönen Nationalfeiertag durfte ich wieder einmal Hand und Fuss an die rauen Kalkwände des Kaisers legen. Im Herbst ist die Gegend rund um den Scheffauer und Treffauer einfach herrlich. Bunte Laubwälder, schroffe Felsen und jede Menge Klettermeter erwarten einen.

Unsere Wahl viel auf die Route „Gemini“ an der Kopfkraxen Südwand. 2009 von I. und H. Haselsberger erstbegangen. Neben der „Blue Moon“ und der „Via Romantica“ ist es die dritte Route welche ich an dieser Wand klettern durfte. Etwas schwerer als die beiden anderen bietet Sie abwechslungsreiche Verschneidungs- und Plattenkletterei. Vorallem die tolle Rissverschneidung in der 7. SL ist erwähnenswert. Diese Verschneidung leitet einen dann sogleich nach links in die Schlüsselseillänge welche man über steile Piazschuppen und kleine Risse empor klettert. Hier ist etwas Ausdauer und Riss- bzw. Piaztechnik gefragt um sich den roten Punkt abzuholen.

ACHTUNG: In der Schlüsselseillänge ist auf 2/3 der Länge ein loser Block den man wahrscheinlich früher als Griff verwendet hat. Dieser ist ziemlich locker und befindet sich recht genau über dem Stand darunter. Ich habe die Seillänge auch ohne den Block frei klettern können und wollte ihn als Seil Zweiter auch rausschmeißen. So leicht ist er dann aber doch nicht abgegangen und weil ich mir den Durchstieg nicht versauen wollte habe ich die Kraft noch fürs klettern gespart die man an dieser Stelle wirklich braucht. Trotzdem, Wiederholer sollten hier acht geben, vor allem der Vorsteiger.

Topo und Info: Eine genaue Routenbeschreibung sowie Topo und auch Infos zum Block gibt es auf der Homepage von Stadler Markus: Gemini Topo und Info – Stadler Markus

 

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Bike and Hike Rumerspitze, 2.454m

Eigentlich wollte ich ja in den Kaiser fahren und nochmals das schöne Herbstwetter für eine alpine Mehrseillängen Tour aunützen. Mein Kletterpartner hatte kurzfristig dann aber leider keine Zeit mehr.

Die spontane Freitagabend Ersatz Kletterpartner Suche gestaltete sich naturgemäß etwas schwierig. Nach gefühlten zehn Absagen, da jeder schon selber etwas ausgemacht hatte, fügte ich mich meinem „Schicksal“ und erwartete den aufkommenden Samstag nicht im frühen Morgengrauen im Auto Richtung Unterland sondern im wohlig warmen Bett. Also ausschalfen bis halb zehn und nach ausgiebigem Fürhstück gegen halb zwölf mit dem Mountainbike Richtung Nordkette gestartet.

Ziel war zuerst die Höttinger Alm doch irgendwie hielt ich mich Richtung Rechenhof und fuhr die Rumer Alm an von der ich dann weiter zur Höttinger wollte. Spontan entscheide ich mich kurz vor der Rumer Alm, dass ich der Rumer Spitze auch mal wieder einen Besuch abstatten könnte und so geht`s los:

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Das Panorama kurz vor dem Rechenhof ist wohl eines der schönsten auf die Nordkette. Rumerspitze in der Mitte.

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tolle Herbststimmung

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Arzler Scharte

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Rumer Spitze rechts im Bild und der Weg über den Grat

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das Panorama vom Gipfelgrat. Inntal links und Karwendel rechts liegen einem zu Füßen

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der Grat ist etwas ausgesetzt und erfordert Trittsicherheit. Durch die vielen Begehungen ist der Fels teilweise auch schon etwas poliert. Mit etwas Erfahrung aber kein Problem.

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Gipfelpanorama

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das tolle an der Tour ist auch noch das Schotterreisen rutschen in der Arzler Scharte. Dadurch erspart man sich einen mühevollen Abstieg und ist sicher um eine Stunde schneller.

Fazit:

Eine schöne, lange Herbstour auf einen der markantesten Gipfel der Nordkette. Und die Erkenntniss, dass es manchmal gar nicht schlecht ist nichts vorzuhaben und der Spontanität freien Lauf zu lassen 🙂 Die schönen Dinge sind doch oft so Nah.

 Daten der Tour:

  • ca. 2.000hm mit Rad und zu Fuss
  • Bikedepot auf ca. 1.350 hm. Man fährt anstatt rechts zur Rumer Alm links den Weg entlang bis dieser aufhört und beginnt dort den Aufstieg durch die Arzler Scharte.
  • von dort in etwa 2h zum Gipfel
  • Rückweg durch die Schotterreisen dauert nur mehr eine Stunde
  • alles in allem mit Start in Innsbruck etwa 5-6 Stunden von Haustür zu Haustür
  • Grat ist etwas ausgesetzt und erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit