climbfreeblog

Momentaufnahmen aus den Bergen und Ländern dieser Welt

Posts tagged ‘Wilder Kaiser’

Wilder Kaiser, Fleischbank, Rebitsch-Spiegel mit Ausstieg über Vertical Tango

Kaiserwetter am Donnerstag im Wilden Kaiser. Jose und ich starten von der Grisener Alm durch die steinerne Rinne in Richtung Fleischbank Süd- Ostwand. Die Wand ist noch einigermaßen nass, da es an den Vortagen geregnet hat. Nach etwas suchen finden wir auch den Einstieg zur Rebitsch Spiegel. Zum ersten Stand mit zwei Klebehaken klettern wir über die markanten Wasserrillen. Hier seilen wir uns an und Jose beginnt mit dem ersten Riss. Die Linie ist klar und führt entlang eines wie mit dem Lineal gezogenen Risses empor.

IMG_4966

Am Vortag hatte ich schon leicht Gliederschmerzen und auch an diesem Tag fühle ich mich leider nicht ganz fit. Deshalb muss ich in der Schlüssellänge zweimal sitzen und rasten.  Eine deutsche Dreierseilschaft, welche sich zuvor in einer anderen Route verkoffert hat steigt auch noch unmittelbar hinter uns ein un dank deren A0 Haken- Gezerre sitzen Sie uns ziemlich im Genick.

IMG_4972

SSL

IMG_4975

SSL

IMG_4981

SSL

Bis auf die Schlüssellänge klettern wir alles frei und nach der 4.SL haben wir gottseidank Abstand zwischen uns und der anderen Seillschaft gebracht. Ich finde in der 4. Sl den Stand nicht und beziehe diesen am Anfang der Verschneidung der 5. SL an eienm Klebehaken. Ganz rund läufts bei mir leider immer nocht nicht.

Jose schliesst schnell auf und die 5. und 6. SL bringen wir rasch hinter uns. Danach sind die Schwierigkeiten eigentlich vorbei. Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt den Ausstieg über die Vertical – Tango zu probieren. Durch meinen etwas angeschlagenen Zustand war ich aber nicht ganz sicher ob dies eine gute Idee ist.

IMG_5015

Aber was ist schon eine gute Idee? 🙂 Schliesslich gewinnt die Neugier und ich klettere über eine ausgesetzte Platte ca. V zum noch ausgesetzteren Stand der Vertical – Tango. Hier an der Kante hat man plötzlich 300 Meter Luft unter den Füssen und das Ambiente ändert sich schlagartig.

IMG_5038

Vertical Tango

IMG_5041

hier saugt es ordentlich

IMG_5042

genialer Fels

IMG_5058

Der Einstieg in die Vertical Tango im achten Grad hat es dann schon in sich und man muss erst mal die richtigen Griffe finden. Nach den ersten paar Metern wird es leichter und die Kletterei einfach genial. Perfekter gut strukturierter, rauher Fels. Eine der besten Seillängen die ich je geklettert bin. Mit dem saugenden Abgrund und der kompromisslosen Ausgesetztheit in der grauen Wand wird der Eindruck dieser Länge nochmals intensiver. Verständlich warum dies eine der besten Seillängen des Kaiser ist. Ein paar Kraftreserven sollten jedoch vorhanden sein um hier Spass zu haben.

Mein Körper hat anscheinend wieder Kraft tanken können und so fühle ich mich besser als am Anfang und kann alles Rotpunkt klettern. Das Adrenalin hat wahrscheinlich geholfen.

IMG_5080

Geschafft!

IMG_5088

Gesamt gesehen eine der besten Touren Kombinationen die ich bis jetzt geklettert bin. In der Rebitsch sind die Risse teilweise etwas glatt und gar nicht so einfach. Die zwei Seillängen der Vertical Tango sind einfach sensationell und rau.

Klettern – Wilder Kaiser – Kopfkraxen, Gemini, 470m, 7+

An einem wunderschönen Nationalfeiertag durfte ich wieder einmal Hand und Fuss an die rauen Kalkwände des Kaisers legen. Im Herbst ist die Gegend rund um den Scheffauer und Treffauer einfach herrlich. Bunte Laubwälder, schroffe Felsen und jede Menge Klettermeter erwarten einen.

Unsere Wahl viel auf die Route „Gemini“ an der Kopfkraxen Südwand. 2009 von I. und H. Haselsberger erstbegangen. Neben der „Blue Moon“ und der „Via Romantica“ ist es die dritte Route welche ich an dieser Wand klettern durfte. Etwas schwerer als die beiden anderen bietet Sie abwechslungsreiche Verschneidungs- und Plattenkletterei. Vorallem die tolle Rissverschneidung in der 7. SL ist erwähnenswert. Diese Verschneidung leitet einen dann sogleich nach links in die Schlüsselseillänge welche man über steile Piazschuppen und kleine Risse empor klettert. Hier ist etwas Ausdauer und Riss- bzw. Piaztechnik gefragt um sich den roten Punkt abzuholen.

ACHTUNG: In der Schlüsselseillänge ist auf 2/3 der Länge ein loser Block den man wahrscheinlich früher als Griff verwendet hat. Dieser ist ziemlich locker und befindet sich recht genau über dem Stand darunter. Ich habe die Seillänge auch ohne den Block frei klettern können und wollte ihn als Seil Zweiter auch rausschmeißen. So leicht ist er dann aber doch nicht abgegangen und weil ich mir den Durchstieg nicht versauen wollte habe ich die Kraft noch fürs klettern gespart die man an dieser Stelle wirklich braucht. Trotzdem, Wiederholer sollten hier acht geben, vor allem der Vorsteiger.

Topo und Info: Eine genaue Routenbeschreibung sowie Topo und auch Infos zum Block gibt es auf der Homepage von Stadler Markus: Gemini Topo und Info – Stadler Markus