Abenteuer Piz Badile – Besteigung der 3.308 Meter hohen Nordostwand durch die Cassin Route

Der Piz Badile ist sicherlich einer der beeindruckendsten Berggestalten der Ostalpen. Ein Granit Monolith der über dem Val Bregaglia oder zu Deutsch dem Bergell in den Himmel ragt.

Dieser dunkle Granitriese, mit seiner fast 1.000 Meter hohen Nordwand sieht wie eine abweisende Bastion aus einem Herr der Ringe Film aus. Nur der Kletterer wird sogleich nach den Schwachstellen in diesen teflonartigen Wänden suchen. Düster und eindrucksvoll ragt der Koloss aus dem weißen Gletscher empor.

Die dramatische Begehungsgeschichte der Nordostwand hat über Jahrzehnte den Nimbus dieses schwarzen Granitmeeres geprägt.

Riccardo Cassin war es der 1937, in einer dreitägigen Odysee, dieser Wand die Erstbegehung abringen konnte. Nach einem Wettersturz, der die Wand in Schnee und die Ausstiegskamine in Eis tauchte, starben zwei seiner Mitstreiter am Gipfel an Erschöpfung.

1952 setzte Hermann Buhl den nächsten Streich. Er fuhr von Landeck aus mit dem Fahrrad durch das Engandin (ca.160km) und stieg aus dem Val Bondasca zur Sasc-Furä Hütte auf. Um 4.00 morgens startete er die erste Solo Begehung der Cassin Route und war gegen 11.00 am Gipfel wo ihn italienische Bergsteiger empfingen die seinen Alleingang gesehen hatten.

Heutzutage ist die Route eher ein Alpines Must Have als eine abschreckende Nordwandtour. Die Stände wurde mittlerweile mit Ringen versehen und in den Seillängen steckt der ein oder andere Haken. Die Gesamtanforderung der Tour sollte man aber nicht unterschätzen. Aus meiner Sicht ist die Hauptgefahr, das an schönen Tagen leicht 15 Seilschaften in der Tour sein können und man dann schnell im „Stau“ steckt. Das ist alles andere als ideal weil die 21 Seillängen doch ein schnelles und sicheres Steigen verlangen. Wetterstürze sollte man tunlichst vermeiden.

Planung:

1. Tag: Anreise und Zustieg zur Sasc Füra Hütte.

2. Tag: Klettern und Abstieg zum Rifugio Gianetti.

3. Tag: Rückweg von der Gianettihütte über den Truinascapass.

Anreise: Über den Malojapass ins Val Bondasca. Genauer nach Bondo. Im Ort am besten bei der Bar „Crot da Bond“ parken.

Zustieg: Im Sommer 2025 war der alte Zustiegsweg durch das Val Bondasca aufgrund des Bergsturzes offiziell immer noch gesperrt. Wir wählten deshalb den „neuen“ langen Weg zur Sasc Furä Hütte. ca. 5-6 Stunde und 1.380 Höhenmeter. Ab Juli 2026 ist der auch der Zustieg offiziell wieder über das Val Bondasca möglich. Siehe hierzu: https://www.sac-cas.ch/de/huetten-und-touren/sac-tourenportal/2147000235/mountain_hiking/99/

Abstieg: Wir wählten den Abstieg auf die italienische (Süd)- Seite zur Gianettihütte. Man steigt den Normalweg ab und muss ein paar Mal abseilen. Aus unserer Sicht die bequemste und sicherste Variante. Ein Abseilen über die Nordkante ist möglich aber deutlich risikoreicher.

Rückweg: Wenn man auf der italienischen Gianettihütte übernachtet hat man einen wunderschönen Rückweg über eine alpine, ursprüngliche Landschaft. Man überquert den Passo Porcellizzo und den Passo Trubinasca und gelangt so zurück zu Sasc Furä Hütte. Insgesamt ca. 2000Hm Abstieg.

Klettern/ Ausrüstung: Halbseile, ein Satz Friends und Keile. Es gibt im unteren Teil ein paar Varianten zb. die Original Cassin Variante (die wir wählten). Ansonsten ist die Wegfindung recht einfach. Unterschätzen sollte man auch nicht die Ausstiegskamine die durch die ungewöhnliche Kletterei in parallelen Granitkaminen eine Herausforderung darstellen können.

Sonstige Tipps: Schnell klettern, früh starten und nicht am Wochenende kommen 🙂

TOPO:

Johny Walker, 8+ – Rotwandlspitz

Ja was will man mehr? Einen Routennamen der einen an Whisky denken lässt, kompakter, lochzerfressener Karwendelkalk, gute Stimmung und gute Begleitung.

So war das heute in der Johnny Walker. Und der Onsight in Wechselführung war auch nich drinn.

Die Tour ist wirklich sehr schön und bietet abwechslungsreiche Kletterei. Der Fels ist fest und oft klettert man an allen Arten von Wasserlöchern.

Die Schlüsselseilänge ist ein Quergang der etwas schwer zu entschlüsseln ist, sich aber gut auflöst, sofern man die richtigen Löcher findet. Die Seillängen sind alle relativ kurz, zwischen 20-35 Metern, was dem Routenverlauf geschuldet ist.

Der Abstieg über den Brudertunnelklettersteig ist schnell und unkompliziert.

Bester Fels
Super Panorama
Die Schlüsselänge ist ein Quergang mit vielen Löchern