Mont Blanc 4.810m, über die Cosmiquesroute

Eigentlich wollten wir nach der Schweizer Führe am Grand Capucin den Teufelsgrat angehen. Eine Gratkletterei über einige steile Zacken. Diese teuflische Unternehmung scheiterte aber an den höllischen Zuständen letzten Sommer. Das Einstiegscouloir bzw. Geröllfeld über das man den Einstieg zu der Tour erreicht war nämlich komplett zusammengebrochen. Ich konnte den Felssturz bereits am Vortag vom Grand Capucin aus hören, wusste aber nicht genau wo er war.

die Aretes du Diable sind hinter dem Grand Capucin zu erkennen

Wir probierten es dann aber doch und waren um 3.00 von der Turiner Hütte aufgebrochen. Am Gletscher kam uns dann ein österreichischer Bergführer entgegen der es mit seiner Partnerin ebenfalls versuchen wollte. Sie sind aber umgedreht da anscheinend das ganze Colouir weg war.

Als Ersatz wollten wir die Dent de Géant Südwand klettern. Beim Zustieg gab es aber auch hier schon erheblichen Steinschlag und so entschieden wir uns ins Tal zu fahren und etwas Sportklettern zu gehen.

Am nächsten Tag wechselten wir dann auf die französiche Seite und fuhren nach Chamonix. Im Ort angekommen erkundigten wir uns im Bergführer Büro wie die Bedingungen für den Mt. Blanc seien. Uns wurde gesagt, dass der Berg momentan von den Guides nicht mehr geführt wird und die Bedindungen wohl sehr „technical“ sind.

Wir wollten uns trotzdem ein eigenes Bild machen und so fuhren wir mit der Seilbahn zur Aiguille du Midi. Um den Nachmittag noch zu nutzen kletterten wir eine kleine Tour an der Eperon de Cosmiques, die Rebuffat. In 6. SL geht es über schönen roten Granit nach oben. https://www.planetmountain.com/english/rock/routes/itineraries/scheda.php?id_itinerario=347&lang=eng&id_tipologia=38

Nach einem feinem drei Gang Menü auf der Cosmique Hütte ging es früh ins Bett weil um 2.00 schon wieder Tagwache angesagt war. Lediglich drei oder vier andere Seilschaften machten sich in dieser Nacht auf, die Route über den Mt. Blanc du Tacul zum Mont Maudit und anschliessend dem Mt. Blanc anzugehen.

Die ungefähre Route über Mt. Blanc du Tacul, Mont Maudit und ganz hinten der Schneekopf des Mont Blanc.

Am Abend zuvor hatte es bis auf über 3.800 Meter hinauf geregnet und meine Erwartungen waren nicht sehr groß den Gipfel zu erreichen. Im Schein der Stirnlampen gingen wir mit den anderen Seilschaften langsam der Dunkelheit entgegen und folgten den fast nicht erkennbaren Spuren. Am Tacul quert man immer wieder unter Serac Zonen. Diese wurden ob der warmen Temperaturen noch unheimlicher und wir versuchten Sie schnell hinter uns zu lassen.

Die Randkluft zum Mt. Maudit war sehr steil und leicht überhängend, durch den weichen Schnee fand man auch mit dem Pickel nicht viel halt. Das zweite Eisgerät welches uns der Hüttenwirt mitgegeben hat war hier sehr nützlich.

Anschliessend ging es an einem Fixseil empor, an dessen Ende eine ausgesetzte Querung über ein steiles Schneefeld wartet. Die Querung musste man selbst absichern, hier gab es kein Fixseil mehr. Für erhöhten Adrenalin Austoss sorgte dann auch noch ein Felssturz in unmittelbarer Nähe von uns. In der Dunkelheit hörte man nur das laute gepolter und sah die emporstiebenden Funken, der Felsen die ins Tal donnerten.

Nach diesem Intermezzo in rabenschwarzer Nacht machte ich mich an die Querung und hoffte, dass die Felswand über uns nicht auf die gleichen Gedanken kommt und sich der Schwerkraft hingebend verabschiedet.

Am Col du Maudit war ich erleichtert aus dem Gefahrenbereich zu sein und konnte Xander nachsichern. Nun ging es über mehrere Spalten Zonen etwas abwärts in die Einsattelung zum Mont Blanc. Ab hier ist die Route technisch nicht mehr schwierig doch der Anstieg zieht sich noch.

das erste Mal lacht uns die Sonne entgegen

Die Schneekuppel des höchsten Berges der Alpen vor sich geht es langsam den breiten Rücken hinauf. Die letzten hundert Höhenmeter machte sich dann auch die dünnere Luft bemerkbar und die Schritte wurden deutlich anstrengender.

Nichtsdestotrotz standen Xander und ich um kurz vor Acht auf dem breiten Gipfelplateau und genossen die Ruhe und die Aussicht. Wir waren ganz alleine.

Auch die Wolken verzogen sich langsam und beim (auch noch langem) Abstieg konnten wir die Sonne und die Ausblicke genießen.

Geschafft! Die Erleichterung war recht groß als wir wieder am Gletscherplateau vor der Cosmique Hütte waren.

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