Mexiko VII – Monterrey und el Salto

El Salto ist ein anderes Klettergebiet in der Nähe von Monterrey wo hauptsächlich Sportkletterei vorherrscht. Es liegt ziemlich abgeschieden in den Bergen südlich hinter Monterrey und wir haben mit dem Taxi ca. 2 Stunden dorthin gebraucht. Der Weg ist recht kurvig und steil und am Ende nur mehr eine Staubpiste.

Der Ort heisst eigentlich La Cienega de Gonzalez, ein kleines Dörfchen auf 1.340m Höhe. Umgeben von dichten Pinienwäldern und einem Canyon der auch aus Lost World stammen könnte.
Die Wand weswegen die meisten Kletterer hierherkommen heißt „Animas Wall“ und könnte so auch irgendwo in Spanien stehen. Eine orangegelbe Mauer, an die 80 m hoch und 200m breit mit leicht überhängender Sinterkletterei an exzellentem Fels.
Daneben gibt es noch ein paar andere Sektoren unter anderem eine nette Höhle die oberhalb eines ausgetrockneten Flussbettes im Dschungel eingebettet ist. Mit überhängenden Sintern und horizontalen Dachkletterrouten etwas für die Ausdauer.

Allein schon der Zustieg zu Animas Wall hat etwas mystisches. Bäume mit langen Bärten, violetten Blüten, bunten Vögenl und anderen Tieren wie zum Beispiel der Weissrüssel-Nasenbär begleiten einen. Auch ohne zu klettern lohnt es sich hierher zukommen.
Die ganze Umgebung gehört zu einem Nationalpark und die Natur ist wirklich beeindruckend. Man kann in der Umgebung auch gut wandern, sollte jedoch bedenken, dass es in der Sonne sehr heiss wird.

Am Wochenende kommen viele Einheimische aus der Stadt mit ihren 4×4 Jeeps in den Canyon um sich bei ein paar Bier abzukühlen und lautstark Musik zu hören. Wir waren unter der Woche dort und haben deshalb von diesem Spektakel nichts mitbekommen, in Portrero Chico gab es aber das gleiche.
Die Essensaufnahme am ersten Tag gestaltete sich auch etwas problematisch weil die lokale Bevölkerung ganz auf die Wochenendausflügler eingestellt ist und unter der Woche alles zu hat. In einem Supermarkt fanden wir doch noch ein paar abgepackte Tacos die wir uns in der angrenzenden Küche freundlicherweise aufwärmen durften. Sie schmeckten erstaunlich gut aber mit unserem Hunger war das auch kein Wunder.
Am 2. Tag statteten wir der Höhle einen Besuch ab die man in ca. 40 Minuten vom Dorf erreicht. Ich versuchte eine horizontale Dachroute die sich von einem zum anderen Sinter schwingt und danach noch eine 7C die auch sehr Ausdauer lastig war. Meine Hände wollten am nächsten Tag dann nicht mehr viel festhalten und so lies ich es nach der dritten Route.
Um 16.00 hatten wir sowieso mit unserem Taxifahrer ausgemacht der uns zurück nach Monterrey brachte.

Unterkünfte in El Salto gibt es eigentlich genügend. Vorwiegend Cabanas, Holzhütten, die für 4 bis 12 Personen konzipiert sind. Für uns 2 war die Miete etwas zu hoch, die billigsten wollten 800 Peso pro Nacht deswegen gingen wir ins „Hotel“ am Ende des Ortes. Da wir die einzigen Gäste waren hatte wir ein bisschen das Gefühl von „Shinning“ aber Gottseidank ging alles gut 🙂

Monterrey ist eine sehr moderne Stadt im Norden Mexikos die bedingt durch viel Industrie das höchste pro Kopf Einkommen des Landes aufweist. Die Innenstadt besteht eigentlich aus einem riesigen Platz, Plaza Mayor gennant, der auf verschiedenen Ebenen verläuft und von Museen, Restaurants, Regierungsgebäuden etc. umgeben ist.

Wir waren in einer netten kleinen Pension in der Nähe des Platzes: Hotel Privada Guadalupe. Preiswerte Zimmer und sehr Zentrumsnah.

 

 

Mexiko VI – El Potrero Chico

„El Potrero Chico“ zu deutsch der kleine Pförtner ist gar nicht so klein.

Wie ein graues, zerklüftetes Meer ragen die Felswände von Potrero Chico in den Himmel. Vom Balkon unserer Unterkunft sehe ich den Eingang der Schlucht der vielleicht 50 m breit ist und den Blick auf das dahinterliegende Tal freigibt. Die Felsen bestehen aus einzelnen aneinander gepressten Kalktafeln die bis zu 1000m in die Höhe ragen. Das Paradies für Mehrseillängen. Einige Formationen sind zwar sehr hoch aber messen in der Breite nur ein paar Meter. Deswegen hat man manchmal das Gefühl sie könnten gleich vornüber kippen. Aneinander gelehnt wie Dominosteine die zum Umfallen bereit sind.

Doch das Paradies hat auch Dornen und so kommt dem ambitionierten Kletterer die ein oder andere Kaktee in der Wand entgegen. Auch Palmen wachsen in Mexiko nicht nur am Strand sondern auch gerne mal in der Vertikalen und so muss man immer achtsam sein wo man seine Finger oder Füsse platziert.

Bekannt und beliebt ist Portrero Chico vor allem bei Kletterern aus den USA und Kanada für die es ziemlich nah ist. Das Gestein ist vorwiegend Kalk welcher in Amerika ja nicht sehr häufig vorkommt. Viele der Erstbegeher und Erschliesser sind auch Amerikaner.

Seit dem Alex Honnold die Route „El Sendero Luminoso“ 7C, 15 Seilängen (540m) Free Solo gemacht hat ist Portrero Chico sowieso Weltbekannt.

Die meisten Kletterer verschlägt es in „La Posada“ einen Campingplatz mit einigen Apartments (640 Peso die Nacht) und Gemeinschaftsküche sowie kleinem Restaurant. Hier kann man Kontakte knüpfen sich austauschen oder einfach ein Bier trinken. Man trifft Leute die seit 3 Monaten da sind oder auch nur für ein Wochenende. Allein, zu zweit oder wie auch immer jeder findet Anschluss. Auch der 89-jährige Bob ist da und geht noch jeden Tag klettern. Eine grosse Klettergemeinschaft eben.
Hauptthema ist natürlich das Klettern und das darüber philosophieren und wer, was heute gemacht hat und welche Projekte morgen anstehen. Gerne werden auch gute Ratschläge verteilt welche Routen man unbedingt machen muss und wie die Schlüsselstellen zu meistern sind.

Da die Posada sehr beliebt ist war schon alles voll, deswegen sind wir in eine andere Unterkunft gegangen die  „Le Muria“ hies und direkt am Eingang zu den Felsen gelegen ist. Meiner Meinung nach sehr zu empfehlen auch wenn Sie vielleicht nicht dem gängigen Kletter Klischee entspricht. Die Zimmer sind sehr gross und geräuming haben einen Balkon und auch ein kleines Frühstück ist inkludiert. Zudem ist Jorge, der Gastgeber und seine Frau Lizeth sehr um seine Gäste bemüht. Wir wurden zu einem Grillabend und anderen Köstlichkeiten eingeladen.
Insgesamt ist Portrero Chico definitv zu empfehlen, vor allem wegen der Mehrseillängen. Zum reinen Sportklettern gibt es auch einige nette Sektoren vor allem die „Milewski Wall“ ist zu empfehlen.

Unten eine kleine (unvollständige) Auflistung der Routen die Ich gemacht habe:

MSL:

1. Sartori 5.10C, 220m OS
2. Pitch Black ca. 300m, 5.11a OS (super schön, sehr zu empfehlen)
3. Las Agujas (The Spires), Übermachismo, 2 SL, 5.11

Thank you my friend Nick for beeing a nice climbing buddy and sharing these nice Routes! Hope to climb with you again soon!

Sportklettern:

1. Milesvki Wall: Mr. Big 5.12b, Twist of Fate 5.11d OS, Mother Superior 5.12a OS, Shakti 5.11d
2. Las Agujas: Jungle Honey 5.10d, Dirty Dreams 5.11b
3. Inglorious Bastards 5.12a (almost OS :))
4. Some other Walls which i don’t remember the Name

Zum Essen gibt es einige kleine Restaurants, vor allem Leos Tacos ist sehr zu empfehlen. Es gibt jeden Tag etwas anderes. Oft wird gegrillt, Huhn, Schwein oder Rinderrippen und ein Hauptgericht kostet ca. 80 Pesos.

Portero Chico besteht eigentlich nur aus einigen Häusern, Campinganlagen und eben kleinen Restaurants. Der Ort Hidalgo ist ca. 2-3 km entfernt. Dort gibt es grössere Lebensmittelgeschäfte. Man kann ihn bequem auch ohne eigenes Auto erreichen die Mexikaner oder Amerikaner nehmen einen gern auf der Ladefläche ihres Pick Up mit 🙂
Vom Flughafen Monterrey braucht man ca. 50 min,. Taxi sollte ca. 600 Peso kosten.

Hasta la proxima!