Ortler (3.905m) über Hintergrat

Im Juli, ca. ein Monat nach der Geburt meiner Tochter Aurelia konnte ich das perfekte Wetter nutzen und König Ortler einen Besuch abstatten.

Gemütlich ging es am Vortag zur Hintergrathütte. Nach einem reichlichen Abendmahl hies es um 3.30 auf zur Tagwache. Ein perfekter Sommertag erwartete uns und lies den Hintrergrat so zum Genuss werden.

Die Hintergrathütte. Am Abend noch umhüllt von Wolken
Das frühe Aufstehen ist zwar nicht immer gemütlich aber im Endeffekt lohnt es sich meistens.
wer findet die rote Biwakschachtel
der Aufstieg gestaltet sich zuerst durch ein recht zerfurchtes Schotter Couloir über das es stetig höher geht. Das Seil kann man hier noch im Rucksack lassen. Im Hintergrund die Königsspitze.
schön der Sonnenaufgang
das abklettern hinter dem Signalkopf war eine der Schlüsselstellen aufgrund des Schnees. Man könnte hier auch abseilen.
Der Signalkopf wird linker Hand umgangen
im oberen Bereich. Der Grat ist teilweise schon recht ausgesetzt und erfordert Trittsicherheit.
beim Abstieg über den Normalweg. Der Gletscher ist am Anfang noch recht flach und wird dann zunehmend steiler.
die Payerhütte auf ihrem Adlerhorst. Der Abstieg über den Normalweg zieht sich dann doch noch etwas. Man legt immerhin über 2.000 Höhenmeter zurück. Da lohnt sich eine Pause auf der Payerhütte.
Blick in die Nordwand. Der obere Teil schaut ja noch ganz gut aus. Unten ist aber fast alles abgeschmolzen.

Comici, Grosse Zinne, VII, 500 Meter

Emilio Comici und die Dibona Brüder eröffneten diese Route bereits im Jahr 1933. Unglaublich auch heute noch wenn man als Vorsteiger den steilen abweisenden Zinnenfels empor klettert.

Emilio Comici, der schon mit 39 Jahren bei einem tragischen Unfall in einem Grödner Klettergarten durch den Riss einer Bandschlinge verstarb setzte sich mit dieser Route wohl sein größtes Denkmal.

Auch 90 Jahre nach der Erstbeghehung ist die Comici immer noch eine der begehrtesten Touren der Dolomiten. Für viele wird Sie zugänglicher sein als die benachbarte Hasse-Brandler und das große Norwandkino kann man auch in der Comici erleben.

Früh aufstehen sollte man jedenfalls wenn man sich die Pole Position für das Rennen um die Zinne sichern will. Wir standen um kurz vor sechs am Einstieg und waren die ersten. Hinter uns folgten aber noch weitere 6-7 Seilschaften,

Manchmal hat man schon das Gefühl aufgefedelt wie die Raupen an einer Schnur in Richtung Austieg zu krabbeln und das kann die Anspannung etwas verstärken, vor allem wenn man sich vornimmt alles frei zu klettern.

Gottseidank liesen uns die Verfolger aber kalt und so klappte es auch mit dem Rotpunkt. Bis auf eine Seilschaft mit bekanntem Südtiroler Bergführer, die wir aber gerne vorbei liesen, sahen wir dann bis zum Ausstieg niemanden mehr.

Alles in allem für mich eine der schönsten und eindrucksvollsten Touren die ich bisher geklettert bin. Die Absicherung in den schweren Längen bis zum Band ist relativ gut mit vielen Haken unterschiedlichster Qualität. Nach dem Band kommen die nominell leichteren Längen die dafür sehr spärlich gesichert sind und auch immer noch steil genug sind.

Zur Verbesserung der vorhandenen Infrastruktur ist ein Satz Cams bis Größe 2 und eventuell Keile notwendig.

gut besucht ist auch der Parkplatz bei der Auronzo Hütte