Mexiko X – Puebla

Von 0 auf La Malinche

Diese Woche legten wir einen rasanten Aufstieg hin. Am Dienstag noch in Huatulco auf Meeresniveau und heute auf 4.460m über dem Meer.
Mexico machts möglich. Nachdem wir am Montag und Dienstag nocheinmal an einem wunderschönen Strand in der Nähe von Huatulco waren, Barra de Santa Cruz fuhren wir am Dienstag zurück nach Oaxaca. Wieder 6 Stunden Roadtrip und einige Kurven später waren wir in der Haupstadt.
Am nächsten Tag gings per Bus nach Puebla.
Eine schöne Kolonialstadt die auf eine heroische Vergangenheit zurück blickt als hier 1862 ein zahlenmässig unterlegenes Mexikanisches Heer das französische Interventionsheer zurückschlug.
Puebla heisst auch der Bundestaat und er beherbergt die höchsten Berge Mexikos:
1. Pico de Orizaba 5.630m, 2. Popocatepetel (immer noch aktiver Vulkan, kann nicht bestiegen werden) 5.426m, 3. Iztaaccihuatl 5.230m, 4. La Malinche 4.460m.

Für uns sollte es heute der Malinche werden, der relativ einfach bestiegen werden kann.
Es gibt mehrer Routen, die beliebteste ist wohl die vom Casa Vaccacional Milintzi aus.
Auch wir wählten diese und starteten hier um 6.30 auf ca. 3.100 m.
Der Weg führt ziemlich schnurgerade durch den dichten Wald nach oben. Auf ca. 3.800m befindet sich die Waldgrenze und von hier hat man auch das erste mal freien Blick.
Wir sind nach der Waldgrenze gerade weiter in die Schotterreisen hinauf gestiegen, man könnte auch rechts vorbei über den Gratrücken aufsteigen. Wahrscheinlich zum gehen sogar feiner als die 35-40 Grad steilen Rinnen.
Beide Wege führen schliesslich auf den Fels durchsetzten Gipfelgrat der sich problemlos gehen lässt. Einige kleinere Blöcke muss man noch überwinden und dann der Gratschulter nach Rechts zum Gipfelaufbau folgen.
Und dann ist man oben am Malinche. Gipfelkreuz wie bei uns gibts hier zwar keines aber dafür eine schöne Aussicht, vorausgesetzt das Wetter passt.
Bei uns wars ziemlich durchzogen, einmal Sonne einmal Wolken und am Gratrücken, kalter Böiger Wind. Trotzdem sahen wir den schneebedeckten Popocatepetel und daneben die schlafende Frau.
Warme Sachen sind deshalb zu empfehlen.
Schön wars trotzdem.
Alleine waren wir heute auch nicht, wegen den Osterfeiertagen sind auch noch gefühlte 1.000 Mexikaner mit Kind und Kegel unterwegs gewesen. Viele campten bereits im Park und machten sich dann auf den Weg Richtung Gipfel. Es war lustig abzusehen wie die mit Jeans und Pullover angezogenen Mexikaner mit Sack und Pack den Gipfel entgegentrotteten. Wenn um uns herum nicht eine Bergkulisse gewesen wäre hätte man sich auch in einer Stadtszene wähnen können. Die ganze Familie war unterwegs und meistens zog Papi links und rechts ein Kind hinter sich her das nicht mehr gehen wollte.
Anfangs wurden wir noch öfter überholt doch bald wendete sich das Blatt und am Gipfel waren wir fast alleine.
Viele der Familien begnügten sich dann glaube ich mit dem Anblick des Gipfels. Frei nach dem Motto der Weg ist das Ziel und wichtig war dass wir gemeinsam unterwegs waren.
Bei der Rückfahrt nach Puebla lernten wir eine dieser Familien auch noch näher kennen, die uns netterweise in ihrem Minibus mitfahren lies. Da wir kein eigenes Auto hatten probierten wir Autostoppen. Nachdem einige PKW vorbeifuhren hielt ein Minibus der schon mit 15 Einheimischen, Grillzeug und einem Tisch gefüllt war. Wir haben gedacht Sie haben sowieso keinen Platz mehr doch der Minibus war innen grösser als außen und so ergatterten wir noch 2 Sitplätze. Es stellte sich heraus das alle Mitfahrer eine Familie waren die am Fusse des Malinche ein Picknick gemacht haben.
Der Bus war eigentlich schon zum bersten voll aber auf dem Weg nach Puebla hielt der Fahrer nochmals und nahm drei junge Burschen mit die zu Fuss untewegs waren. Mittlerweile waren 19 Leute an Bord doch die Stimmung war heiter. Schließlich hielten wir sogar noch um am Weg ein bisschen „Pulque“ zu kaufen. Das ist ein leicht Alkohol haltiges Getränk aus pre-spanischer Zeit das aus Agave hergstellt wird. Wir wurden natürlich sofort zum mittrinken eingeladen und so verging die Fahrt nach Puebla recht schnell 🙂
Alle Insassen waren eine Familie und Sie waren schon 17 und im Bus mussten drei Leute stehen da kams auf uns zwei auch nicht mehr an 🙂

 

INFO Besteigung La Malinche:

  • 4.460 m hoher Berg, recht einfach zu besteigen jedoch auf die Höhe und Akklimatisierung achten
  • verschiedene Routen möglich, die bekannteste und am besten ausgeschilderte vom Zentrum Vaccacional Milintzi Standpunkt Google Maps, von Puebla aus in einer Stunde mit Auto erreichbar. Ansonsten fahren Minibusse vom Busbahnhof in Puebla nach Apizaco und von dort fährt der erste Minbus um 8.15 zum Zntrum Vaccacional La Malinche.
  • Wer es weniger umständlich oder früher aufbrechen will kann auch um ca. 300 Peso mit dem Taxi dorthin fahren. Entweder dem Fahrer fragen ob er die Strecke kennt oder wie wir mit Google Maps dem Fahrer die Strecke zeigen 🙂
  • Aufstieg ca. 3,5 – 4,5 h, Abstieg ca. 3 – 4 h je nach Kondition
  • Link zum Centro Vaccacional La Malinche

INFO zu Klettergebiet los Pericos:

  • 300m breite Rhyholite Felswand ca. eine halbe Stunde von Puebla entfernt. Taxi ca. 300 -400 Pesos
  • meistens technische Kletterrei an Leisten, kleinen Rissen und Löchern
  • Schwierigkeiten : 5c – ca. 7c, ein zwei Projekte auch schwerer
  • schön an einem See gelegen mit toller Aussicht, campen beim Fels möglich
  • verschiedene Kletterstile, von plattig bis überhängend. das meiste gebohrt es gibt aber auch Trad Routen.
  • Klettergebiet bis ca. 14:00 im Schatten (im März)

 

Mexiko VII – Monterrey und el Salto

El Salto ist ein anderes Klettergebiet in der Nähe von Monterrey wo hauptsächlich Sportkletterei vorherrscht. Es liegt ziemlich abgeschieden in den Bergen südlich hinter Monterrey und wir haben mit dem Taxi ca. 2 Stunden dorthin gebraucht. Der Weg ist recht kurvig und steil und am Ende nur mehr eine Staubpiste.

Der Ort heisst eigentlich La Cienega de Gonzalez, ein kleines Dörfchen auf 1.340m Höhe. Umgeben von dichten Pinienwäldern und einem Canyon der auch aus Lost World stammen könnte.
Die Wand weswegen die meisten Kletterer hierherkommen heißt „Animas Wall“ und könnte so auch irgendwo in Spanien stehen. Eine orangegelbe Mauer, an die 80 m hoch und 200m breit mit leicht überhängender Sinterkletterei an exzellentem Fels.
Daneben gibt es noch ein paar andere Sektoren unter anderem eine nette Höhle die oberhalb eines ausgetrockneten Flussbettes im Dschungel eingebettet ist. Mit überhängenden Sintern und horizontalen Dachkletterrouten etwas für die Ausdauer.

Allein schon der Zustieg zu Animas Wall hat etwas mystisches. Bäume mit langen Bärten, violetten Blüten, bunten Vögenl und anderen Tieren wie zum Beispiel der Weissrüssel-Nasenbär begleiten einen. Auch ohne zu klettern lohnt es sich hierher zukommen.
Die ganze Umgebung gehört zu einem Nationalpark und die Natur ist wirklich beeindruckend. Man kann in der Umgebung auch gut wandern, sollte jedoch bedenken, dass es in der Sonne sehr heiss wird.

Am Wochenende kommen viele Einheimische aus der Stadt mit ihren 4×4 Jeeps in den Canyon um sich bei ein paar Bier abzukühlen und lautstark Musik zu hören. Wir waren unter der Woche dort und haben deshalb von diesem Spektakel nichts mitbekommen, in Portrero Chico gab es aber das gleiche.
Die Essensaufnahme am ersten Tag gestaltete sich auch etwas problematisch weil die lokale Bevölkerung ganz auf die Wochenendausflügler eingestellt ist und unter der Woche alles zu hat. In einem Supermarkt fanden wir doch noch ein paar abgepackte Tacos die wir uns in der angrenzenden Küche freundlicherweise aufwärmen durften. Sie schmeckten erstaunlich gut aber mit unserem Hunger war das auch kein Wunder.
Am 2. Tag statteten wir der Höhle einen Besuch ab die man in ca. 40 Minuten vom Dorf erreicht. Ich versuchte eine horizontale Dachroute die sich von einem zum anderen Sinter schwingt und danach noch eine 7C die auch sehr Ausdauer lastig war. Meine Hände wollten am nächsten Tag dann nicht mehr viel festhalten und so lies ich es nach der dritten Route.
Um 16.00 hatten wir sowieso mit unserem Taxifahrer ausgemacht der uns zurück nach Monterrey brachte.

Unterkünfte in El Salto gibt es eigentlich genügend. Vorwiegend Cabanas, Holzhütten, die für 4 bis 12 Personen konzipiert sind. Für uns 2 war die Miete etwas zu hoch, die billigsten wollten 800 Peso pro Nacht deswegen gingen wir ins „Hotel“ am Ende des Ortes. Da wir die einzigen Gäste waren hatte wir ein bisschen das Gefühl von „Shinning“ aber Gottseidank ging alles gut 🙂

Monterrey ist eine sehr moderne Stadt im Norden Mexikos die bedingt durch viel Industrie das höchste pro Kopf Einkommen des Landes aufweist. Die Innenstadt besteht eigentlich aus einem riesigen Platz, Plaza Mayor gennant, der auf verschiedenen Ebenen verläuft und von Museen, Restaurants, Regierungsgebäuden etc. umgeben ist.

Wir waren in einer netten kleinen Pension in der Nähe des Platzes: Hotel Privada Guadalupe. Preiswerte Zimmer und sehr Zentrumsnah.