Mexico Teil III

Von Campeche nach Calakmul:

Gestern sind wir von Campeche weiter in Richtung Süden gefahren. Unser Ziel war Calakmul, die bedeutendste Mayastätte der vor klassischen Periode. Bis. Ca 960 nach Christus datiert die letzte gesicherte Aufzeichnung eines Königs der dort gelebt hat.
Von Campeche aus geht es entlang des Golfes von Mexiko auf der „Route 261“ in Richtung Süden. Am Anfang der Strasse hat man rechterhand das Meer und linkerhand die grüne „Selva“, den Regenwald Mexikos. Man passiert kleine Fischerdörfer und je weiter man fährt desto kleiner werden die Dörfer.
In „Escarege“ macht die Strasse einen 90 Grad Bogen weiter Richtung Osten, nunmehr als carrterra 180 geführt. Die Dörfer werden immer kleiner und staubiger und die Polizeikontrollen nehmen zu. Auf der Fahrt von Campeche passieren wir mindesten 4 Polizeikontrollen. Gottseidank werden wir immer durchgewunken und müssen nie unsere Papiere zeigen.
Vor und nach jedem Ort gibt es aber auch unzählige „schlafende Polizisten“ auch Geschwindikkeitshügel genannt. Wenn man nicht aufpasst und einen übersieht rumpelt es ersteinmal ziemlich und Stossdämpfer und Reifen freuen sich nicht besonders.

Das bemerken wir, als wir nach dreieinhalb Stunden Fahrt vor dem Schranken zur kleinen Strasse nach Calakmul und uns ein Einheimischer auf unseren Platten am linken hinteren Rad aufmerksam macht.
Wir hatten das nicht bemerkt und sind dankbar, dass er uns darauf hinweist. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Wagenheber können wir das Rad wechseln.. Ich spreche ein paar Worte mit dem Einheimischen und er sagt, dass er ein Guide sei, So beschließen wir ihn anzuheuern und mit ihm Calakmul zu erkunden.
Als wir wieder ins Auto steigen und ich den Zündschlüssel umdrehe springt der Wagen nicht an. Stattdessen leuchtet eine gelbe Warnblinkleuchte auf mit einem Schraubenschlüssel als Symbol. Wir versuchen es erneut, und wieder passiert nichts. Nocheinmal und nocheimal dreht sich der Zündschlüssel im Schloss ohne, das der Motor anspringt. Schließlich schieben wir den Wagen an und lassen ihn die Schmale Strasse hinunterrollen. Ich lege den ersten Gang ein, wieder passiert nichts. Mit Hilfe eines Taxifahrers und des Führers schieben wir das Auto etwas den Hügel aufwärts zurück und lassen es nochmals mit dem 2. Gang abwärts rollen. Wieder vergebens. Zweimal wiederholen wir das Ganze nochmals bis wir ermüdet aufgeben.
Im meinem Kopf breitet sich langsam Panik aus. Wir sind ca. 150 km von der nächst grösseren Stadt und 30 km vom nächsten Dorf entfernt wo es einen Mechaniker geben könnte.
Ein vorbeikommendes Auto bleibt stehen und der Mann der aussteigt und sich offenbar auszukennen scheint meint die Benzinpumpe ist kaputt, eine längere Reparatur wie er meint…
Verzweifelt beratschlagen wir uns und rufen schließlich den Vermieter an. Der findet das zwar auch seltsam das der Wagen nicht anspringt vielmehr kann er uns aber auch nicht sagen.. Schliesslich vereinbaren wir mit ihm, dass er uns einen Ersatzwagen schickt. Von Merida sind das aber über sechs Stunden. In 20 Minuten will er jemanden losschicken. Ich kann das zwar nicht ganz glauben doch was bleibt uns anderes übrig als zu hoffen.

So stellen wir das Auto ab und fahren mit einem Taxi und unserem Guide, Jose Alberto, wie wir jetzt wissen in ein winziges Dorf in der Nähe. Dort mieten wir erst einmal eine „Cabana“, eine kleine Hütte in der wir übernachten wollen. Der Guide bietet uns an, statt Calakmul eine andere Ausgrabung anzuschauen die man zu Fuss erreicht. Balamku ist ca. 3 km entfernt und wir gehen zu Fuss dorthin. Nach der ganzen Aufregung ist es schwer dem spanischen Erläuterungen von Jose aufmerksam zu folgen. Der Weg lohnt sich trotzdem weil wir viele wunderschöne Vögel sehen und auch zwei Affenarten. Brüllaffen und sogenannte Spinnenaffen die extrem lange Gliedmassen haben und einen langen Schwanz der sozusagen als fünfter Arm fungiert.
So vergeht auch die Zeit und ich kann mich von meinen Sorgen ablenken, ob das versprochene Auto wirklich ankommt.
Nach der Besichtigung gehen wir zu dritt essen und ich kaufe erst mal Bier um etwas zu entspannen.
Nach dem Essen rufen wir nochmal unseren Vermieter an und tatsächlich ist unser Auto nur mehr eine Stunde entfernt. Juhhuu, ein Stein fällt mir vom Herzen. Ich habe uns schon im Dschungel festsitzen sehen.
Zum Zeitvertreib spielen wir noch Karten und so lernen wir ein lustiges mexikanisches Spiel kennen. Jose erklärt uns alles enthusiastisch und so haben wir es auch bald begriffen.
Schliesslich trifft unser Auto ein, genau dasselbe Modell wie unseres nur mit noch mehr Kilometer. Wir müssen nun noch im Dunkeln zu unserem abgestellten Auto fahren.

Der Vermieter steigt in das Auto ein und wir erklären ihm alles, auch er probiert zu starten und das gleiche wie bei uns passiert, nämlich gar nichts. Nachdem er es zweimal probiert hat zieht er einen anderen Schlüssel aus der Hosentasche und startet mit diesem und siehe da es funktioniert.
Wir staunen nicht schlecht. Des Rätsels Lösung: Der Autoschlüssel hat einen eingebauten Chip der bei unserem Modell wohl kaputt gegangen ist, Ohne den Chip lässt sich das Auto nicht mehr starten.
Der Mann der uns das Auto gebracht hat fährt nun mit unserem Auto wieder sechs Stunden durch die Nacht nach Merida zurück und lässt uns das neue Auto mit 190.000 km am Tacho hier. Zumindest haben wir für morgen aber einen fahrbaren Untersatz und können Calakmul besichtigen.

Mexico Teil II

Wir sind jetzt gerade in Campeche. Einer schön gelegenen Kolonialstadt am Meer. Das alte Stadtzentrum ist verkehrsberuhigt und hat viele einstöckige Häuser die alle bunt bemalt sind.
Gestern haben wir uns in Merida ein Mietauto genommen und sind dann nach Uxmal gefahren. Die zweite sehr bekannte Mayastätte neben Chichen Itza. Der Eintrittspreis von 213 Peso lag noch über dem von Chichen. Umgerechnet 12€, nicht wenig wenn man bedenkt das der Durchschnittsmexikaner von ca 200€ im Monat lebt.
Bei allen Mayastätten war der Eintritt bis jetzt ziemlich hoch.
Die Ausgrabungen dort gehen auf 900 bis 1.200 nach Christus zurück als die Hochblüte der Mayakultur war. Im Verhältnis zu Itza sind noch weniger Leute unterwegs und auch die umgebende Natur mit vielen Bäumen und Vögeln war sehr schön.
Unser Mietauto hingegen ist weniger schön und hat schon 122.000 km am Buckel. Der Autovermieter wurde im Lonley Planet als sehr günstig empfohlen und deswegen sind wir zu ihm. Das Auto ist ein Chevy, allerdings nicht so ein grosser Straßenkreuzer wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Das Modell heißt bei uns wohl Opel Corsa und hat weder Servolenkung noch Radio. Ab Tempo 100 wird er zur Waschmaschine und es rumpelt einen richtig durch.
Ich hoffe für die Route welche wir uns vorgenommen haben hält alles zusammen.
Die Mexikanischen Strassen sind sehr unterschiedlich. Die Autobahn ist super ausgebaut aber auf den kleineren Routen gibt es oft Schlaglöcher von 2m Durchmesser durch die man durchrollt. Manchmal sind die Abstände zwischen den Schlaglöcher auch so klein, dass man gar nicht Ausweichen kann und einem nichts anderes übrig bleibt als zu hoffen dass man nach der durchfahrt noch alle vier reifen am wagen hat.

Geld:
Mexiko ist leider nicht so günstig wie wir gedacht hatten. Im Vergleich zu Thailand sind die Unterkünfte und dergleichen wesentlich höher wenn man vom gleichen Niveau ausgeht.
Für ein Zimmer in einem normalen Hotel in grösseren Städten sind ca. 700 Peso fällig, ca. 36€. Für Eintritte in die Mayastätten sind ca. 10€ p.P. Zu veranschlagen.
Beim Abendessen ist es auch sehr unterschiedlich, wir haben bis jetzt vom total überteuerten Seafood Lokal in Cancun bis zum Strassenessen alles probiert. In „normalen“ Restaurants also mit Tischen, Stühlen, Kellnern sind die Gerichte meisten zwischen 100-150 Peso. Ein Bier kostet zwischen 35-40 Peso. Zusammen kommt man recht schnell auf 400 – 500 Peso. Das entspricht 20- 25 €. Klingt für europäische Verhältnisse nicht so viel aber wenn man 2 Monate mit einem bestimmten Budget auskommen will muss man woanders essen. Deswegen waren wir in den letzen Tagen nur mehr bei Strassenimbissen essen. Bis jetzt sind alle sehr gut gewesen und vom Taco bis zur Suppe gibt es eigentlich auch fast alles.
Das Essen ist deutlich günstiger zwischen 5- 10 € zu zweit macht den Magen voll. Man muss halt manchmal beim Ambiente etwas Abstriche machen, speziell wenn eine laute Strasse oder Musik das Abendessen untermalen.
Der Wechselkurs aktuell von Euro zu Peso liegt bei 21,5. Hier in Mexiko ist der beste Kurs zum Eurotauschen aber bei 19,5 gewesen, also fast 2 Peso darunter. Macht bei einem Wechsel von 500€ fast 1.000 Peso weniger.