climbfreeblog

Momentaufnahmen aus den Bergen und Ländern dieser Welt

Posts tagged ‘Mexico’

Mexico Teil IV

Calakmul, Mahahual, Tulum

Heute habe ich wieder mal Zeit meinen Blog zu aktualisieren.
Wir sind Gerade in Rio Lagartos, einem kleinen Fischerdorf an der Nordseite Yucatans. Alex hat uns diesen Tipp gegeben. Bekannt ist Rio Lagartos vor allem für seine Flamingos und Mangroven.

Nach Calakmul haben wir einen kleinen Abstecher nach MAHAHUAL gemacht. Der Ort liegt am Ende einer Landzunge, ziemlich exponiert am Karibischen Meer. Es legen dort auch oft Kreuzfahrtschiffe an, weswegen sich wohl einige Einheimische angesiedelt haben. Wir hatten eine nette Holz Cabana im Blue Kay. Einer kleinen Anlage am Anfang des Ortes. Die Cabana bestand eigentlich nur aus einem Bett, für viel mehr reichte der Platz nicht. Sie war jedoch sehr sauber und es gab gute Gemeinschaftsduschen und WC’s.
Ausserdem musste man nur ca. 15m zum eigenen Strand gehen, wo Holzliegen und Hängematten warteten.
Insgesamt sehr nett. Das Wetter hatte von allem etwas zu bieten. Sonnenschein, Regen und Wind.

Am nächsten Tag fuhren wir nach TULUM. Wohl einer der bekanntesten und best ausgebauten Touristenorte von Mexiko. Einschliesslich aller Vor- und Nachteile eines solchen. Von Pizza über Croissant und Cappuccino, bekommt man alles was der europäische oder auch nordamerikanische (gemeint ist USA) Gaumen so braucht. Natürlich auch Luxushotels und Anlagen am Strand von denen man den hohen Preis oft nicht versteht.
Der Strand von Tulum ist an einigen Stellen wirklich noch sehr schön und so wie man sich die Karibik vorstellt: feiner weisser Sand, Palmen und türkis blaues Meer und man versteht wieso es nach wie vor so viele Leute hierher zieht.
Auch wir haben es sehr genossen auch wenn nicht zu übersehen ist, dass immer mehr gebaut wird und der Pauschaltourismus zwar dazu führt, dass die Hotelburgen immer grösser werden das Geld für diese Investitionen aber meist aus ausländischer Hand stammt. So wächst zwar der Ort und vielleicht die Infrastruktur aber der Wohlstand der meisten Einheimischen mehr sich nicht.

Als Individual Reisender trägt man zur lokalen Wertschöpfung viel mehr bei weil man ohne Zwischenhändler auskommt. Kein Reisebüro, das 50% des Gewinnes in Europa oder sonstwo einbehält. Was uns noch zum Nachdenken gebracht hat sind die für uns relativ hohen Preise. Angesichts der Armut der meisten Menschen hier erscheinen Sie paradox. Uns ist auch bewusst, dass wir oft „Gringo“ Preise zahlen, aber trotzdem.

In Tulum sind wir schliesslich doch drei Nächte geblieben, vor allem weil es am Anfang nur geregnet hat. Am dritten Tag konnten wir dann endlich die Karibiksonne genießen. Heute sind wir dann weiter nach Rio Lagartos gefahren wo wir morgen die Flamingo Tour machen.

Werbeanzeigen

Mexico Teil III

Von Campeche nach Calakmul:

Gestern sind wir von Campeche weiter in Richtung Süden gefahren. Unser Ziel war Calakmul, die bedeutendste Mayastätte der vor klassischen Periode. Bis. Ca 960 nach Christus datiert die letzte gesicherte Aufzeichnung eines Königs der dort gelebt hat.
Von Campeche aus geht es entlang des Golfes von Mexiko auf der „Route 261“ in Richtung Süden. Am Anfang der Strasse hat man rechterhand das Meer und linkerhand die grüne „Selva“, den Regenwald Mexikos. Man passiert kleine Fischerdörfer und je weiter man fährt desto kleiner werden die Dörfer.
In „Escarege“ macht die Strasse einen 90 Grad Bogen weiter Richtung Osten, nunmehr als carrterra 180 geführt. Die Dörfer werden immer kleiner und staubiger und die Polizeikontrollen nehmen zu. Auf der Fahrt von Campeche passieren wir mindesten 4 Polizeikontrollen. Gottseidank werden wir immer durchgewunken und müssen nie unsere Papiere zeigen.
Vor und nach jedem Ort gibt es aber auch unzählige „schlafende Polizisten“ auch Geschwindikkeitshügel genannt. Wenn man nicht aufpasst und einen übersieht rumpelt es ersteinmal ziemlich und Stossdämpfer und Reifen freuen sich nicht besonders.

Das bemerken wir, als wir nach dreieinhalb Stunden Fahrt vor dem Schranken zur kleinen Strasse nach Calakmul und uns ein Einheimischer auf unseren Platten am linken hinteren Rad aufmerksam macht.
Wir hatten das nicht bemerkt und sind dankbar, dass er uns darauf hinweist. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Wagenheber können wir das Rad wechseln.. Ich spreche ein paar Worte mit dem Einheimischen und er sagt, dass er ein Guide sei, So beschließen wir ihn anzuheuern und mit ihm Calakmul zu erkunden.
Als wir wieder ins Auto steigen und ich den Zündschlüssel umdrehe springt der Wagen nicht an. Stattdessen leuchtet eine gelbe Warnblinkleuchte auf mit einem Schraubenschlüssel als Symbol. Wir versuchen es erneut, und wieder passiert nichts. Nocheinmal und nocheimal dreht sich der Zündschlüssel im Schloss ohne, das der Motor anspringt. Schließlich schieben wir den Wagen an und lassen ihn die Schmale Strasse hinunterrollen. Ich lege den ersten Gang ein, wieder passiert nichts. Mit Hilfe eines Taxifahrers und des Führers schieben wir das Auto etwas den Hügel aufwärts zurück und lassen es nochmals mit dem 2. Gang abwärts rollen. Wieder vergebens. Zweimal wiederholen wir das Ganze nochmals bis wir ermüdet aufgeben.
Im meinem Kopf breitet sich langsam Panik aus. Wir sind ca. 150 km von der nächst grösseren Stadt und 30 km vom nächsten Dorf entfernt wo es einen Mechaniker geben könnte.
Ein vorbeikommendes Auto bleibt stehen und der Mann der aussteigt und sich offenbar auszukennen scheint meint die Benzinpumpe ist kaputt, eine längere Reparatur wie er meint…
Verzweifelt beratschlagen wir uns und rufen schließlich den Vermieter an. Der findet das zwar auch seltsam das der Wagen nicht anspringt vielmehr kann er uns aber auch nicht sagen.. Schliesslich vereinbaren wir mit ihm, dass er uns einen Ersatzwagen schickt. Von Merida sind das aber über sechs Stunden. In 20 Minuten will er jemanden losschicken. Ich kann das zwar nicht ganz glauben doch was bleibt uns anderes übrig als zu hoffen.

So stellen wir das Auto ab und fahren mit einem Taxi und unserem Guide, Jose Alberto, wie wir jetzt wissen in ein winziges Dorf in der Nähe. Dort mieten wir erst einmal eine „Cabana“, eine kleine Hütte in der wir übernachten wollen. Der Guide bietet uns an, statt Calakmul eine andere Ausgrabung anzuschauen die man zu Fuss erreicht. Balamku ist ca. 3 km entfernt und wir gehen zu Fuss dorthin. Nach der ganzen Aufregung ist es schwer dem spanischen Erläuterungen von Jose aufmerksam zu folgen. Der Weg lohnt sich trotzdem weil wir viele wunderschöne Vögel sehen und auch zwei Affenarten. Brüllaffen und sogenannte Spinnenaffen die extrem lange Gliedmassen haben und einen langen Schwanz der sozusagen als fünfter Arm fungiert.
So vergeht auch die Zeit und ich kann mich von meinen Sorgen ablenken, ob das versprochene Auto wirklich ankommt.
Nach der Besichtigung gehen wir zu dritt essen und ich kaufe erst mal Bier um etwas zu entspannen.
Nach dem Essen rufen wir nochmal unseren Vermieter an und tatsächlich ist unser Auto nur mehr eine Stunde entfernt. Juhhuu, ein Stein fällt mir vom Herzen. Ich habe uns schon im Dschungel festsitzen sehen.
Zum Zeitvertreib spielen wir noch Karten und so lernen wir ein lustiges mexikanisches Spiel kennen. Jose erklärt uns alles enthusiastisch und so haben wir es auch bald begriffen.
Schliesslich trifft unser Auto ein, genau dasselbe Modell wie unseres nur mit noch mehr Kilometer. Wir müssen nun noch im Dunkeln zu unserem abgestellten Auto fahren.

Der Vermieter steigt in das Auto ein und wir erklären ihm alles, auch er probiert zu starten und das gleiche wie bei uns passiert, nämlich gar nichts. Nachdem er es zweimal probiert hat zieht er einen anderen Schlüssel aus der Hosentasche und startet mit diesem und siehe da es funktioniert.
Wir staunen nicht schlecht. Des Rätsels Lösung: Der Autoschlüssel hat einen eingebauten Chip der bei unserem Modell wohl kaputt gegangen ist, Ohne den Chip lässt sich das Auto nicht mehr starten.
Der Mann der uns das Auto gebracht hat fährt nun mit unserem Auto wieder sechs Stunden durch die Nacht nach Merida zurück und lässt uns das neue Auto mit 190.000 km am Tacho hier. Zumindest haben wir für morgen aber einen fahrbaren Untersatz und können Calakmul besichtigen.