Mexico V:

Rio Lagartos
Wir sitzen gerade im Flugzeug nach Monterrey. Gestern haben wir unser Mietauto in Merida zurückgegeben. Gottseidank gab es keine weiteren Zwischenfälle und so haben wir aus der alten Blechbüchse so an die 2.000 km rausgequetscht. Das Benzin ist im Vergleich zu Österreich recht billig. Der Liter kostet 70 Cent.

In Rio Lagartos wurden wir gleich von mehreren Leuten bei der Ankunft bestürmt die Flamingo Tour mit Ihnen zu machen. De facto hat dort fast jeder ein Boot. Es lohnt sich auf jeden Fall ein bisschen herumzufragen. Wenn man sich zusammentut wird es noch günstiger.

Wir waren nach der langen Fahrt von Tulum recht müde und einigten uns mit unserem Kapitän am nächsten Tag um sieben Uhr zu starten. Bekanntlich sieht man am frühen Morgen am meisten Tiere.

Die Tour dauert 2 Stunden und führt zuerst zu der Flamingokolonie und dann in die Mangroven. Wer will kann auch noch im Salzwasser der Salinen „floaten“ ähnlich wie im schwarzen Meer und schwerelos im Wasser treiben.

Die Tier und vor allem Vogelwelt ist sehr eindrücklich. Pelikane, Flamingos, Adler und Waschbären sind nur einige davon.
Die 2 Stunden vergingen schnell und man könnte ruhig noch eine oder zwei dranhängen.

Rio Lagartos ist ein sehr angenehmer Ort. Man kann sich frei bewegen und alles ist sehr ruhig. Perfekt zum entspannen.
Natürlich gibt es auch exzellenten Fisch. Mein Highlight war der frittierte Fisch. Delicioso!

 

Mexico Teil III

Von Campeche nach Calakmul:

Gestern sind wir von Campeche weiter in Richtung Süden gefahren. Unser Ziel war Calakmul, die bedeutendste Mayastätte der vor klassischen Periode. Bis. Ca 960 nach Christus datiert die letzte gesicherte Aufzeichnung eines Königs der dort gelebt hat.
Von Campeche aus geht es entlang des Golfes von Mexiko auf der „Route 261“ in Richtung Süden. Am Anfang der Strasse hat man rechterhand das Meer und linkerhand die grüne „Selva“, den Regenwald Mexikos. Man passiert kleine Fischerdörfer und je weiter man fährt desto kleiner werden die Dörfer.
In „Escarege“ macht die Strasse einen 90 Grad Bogen weiter Richtung Osten, nunmehr als carrterra 180 geführt. Die Dörfer werden immer kleiner und staubiger und die Polizeikontrollen nehmen zu. Auf der Fahrt von Campeche passieren wir mindesten 4 Polizeikontrollen. Gottseidank werden wir immer durchgewunken und müssen nie unsere Papiere zeigen.
Vor und nach jedem Ort gibt es aber auch unzählige „schlafende Polizisten“ auch Geschwindikkeitshügel genannt. Wenn man nicht aufpasst und einen übersieht rumpelt es ersteinmal ziemlich und Stossdämpfer und Reifen freuen sich nicht besonders.

Das bemerken wir, als wir nach dreieinhalb Stunden Fahrt vor dem Schranken zur kleinen Strasse nach Calakmul und uns ein Einheimischer auf unseren Platten am linken hinteren Rad aufmerksam macht.
Wir hatten das nicht bemerkt und sind dankbar, dass er uns darauf hinweist. Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Wagenheber können wir das Rad wechseln.. Ich spreche ein paar Worte mit dem Einheimischen und er sagt, dass er ein Guide sei, So beschließen wir ihn anzuheuern und mit ihm Calakmul zu erkunden.
Als wir wieder ins Auto steigen und ich den Zündschlüssel umdrehe springt der Wagen nicht an. Stattdessen leuchtet eine gelbe Warnblinkleuchte auf mit einem Schraubenschlüssel als Symbol. Wir versuchen es erneut, und wieder passiert nichts. Nocheinmal und nocheimal dreht sich der Zündschlüssel im Schloss ohne, das der Motor anspringt. Schließlich schieben wir den Wagen an und lassen ihn die Schmale Strasse hinunterrollen. Ich lege den ersten Gang ein, wieder passiert nichts. Mit Hilfe eines Taxifahrers und des Führers schieben wir das Auto etwas den Hügel aufwärts zurück und lassen es nochmals mit dem 2. Gang abwärts rollen. Wieder vergebens. Zweimal wiederholen wir das Ganze nochmals bis wir ermüdet aufgeben.
Im meinem Kopf breitet sich langsam Panik aus. Wir sind ca. 150 km von der nächst grösseren Stadt und 30 km vom nächsten Dorf entfernt wo es einen Mechaniker geben könnte.
Ein vorbeikommendes Auto bleibt stehen und der Mann der aussteigt und sich offenbar auszukennen scheint meint die Benzinpumpe ist kaputt, eine längere Reparatur wie er meint…
Verzweifelt beratschlagen wir uns und rufen schließlich den Vermieter an. Der findet das zwar auch seltsam das der Wagen nicht anspringt vielmehr kann er uns aber auch nicht sagen.. Schliesslich vereinbaren wir mit ihm, dass er uns einen Ersatzwagen schickt. Von Merida sind das aber über sechs Stunden. In 20 Minuten will er jemanden losschicken. Ich kann das zwar nicht ganz glauben doch was bleibt uns anderes übrig als zu hoffen.

So stellen wir das Auto ab und fahren mit einem Taxi und unserem Guide, Jose Alberto, wie wir jetzt wissen in ein winziges Dorf in der Nähe. Dort mieten wir erst einmal eine „Cabana“, eine kleine Hütte in der wir übernachten wollen. Der Guide bietet uns an, statt Calakmul eine andere Ausgrabung anzuschauen die man zu Fuss erreicht. Balamku ist ca. 3 km entfernt und wir gehen zu Fuss dorthin. Nach der ganzen Aufregung ist es schwer dem spanischen Erläuterungen von Jose aufmerksam zu folgen. Der Weg lohnt sich trotzdem weil wir viele wunderschöne Vögel sehen und auch zwei Affenarten. Brüllaffen und sogenannte Spinnenaffen die extrem lange Gliedmassen haben und einen langen Schwanz der sozusagen als fünfter Arm fungiert.
So vergeht auch die Zeit und ich kann mich von meinen Sorgen ablenken, ob das versprochene Auto wirklich ankommt.
Nach der Besichtigung gehen wir zu dritt essen und ich kaufe erst mal Bier um etwas zu entspannen.
Nach dem Essen rufen wir nochmal unseren Vermieter an und tatsächlich ist unser Auto nur mehr eine Stunde entfernt. Juhhuu, ein Stein fällt mir vom Herzen. Ich habe uns schon im Dschungel festsitzen sehen.
Zum Zeitvertreib spielen wir noch Karten und so lernen wir ein lustiges mexikanisches Spiel kennen. Jose erklärt uns alles enthusiastisch und so haben wir es auch bald begriffen.
Schliesslich trifft unser Auto ein, genau dasselbe Modell wie unseres nur mit noch mehr Kilometer. Wir müssen nun noch im Dunkeln zu unserem abgestellten Auto fahren.

Der Vermieter steigt in das Auto ein und wir erklären ihm alles, auch er probiert zu starten und das gleiche wie bei uns passiert, nämlich gar nichts. Nachdem er es zweimal probiert hat zieht er einen anderen Schlüssel aus der Hosentasche und startet mit diesem und siehe da es funktioniert.
Wir staunen nicht schlecht. Des Rätsels Lösung: Der Autoschlüssel hat einen eingebauten Chip der bei unserem Modell wohl kaputt gegangen ist, Ohne den Chip lässt sich das Auto nicht mehr starten.
Der Mann der uns das Auto gebracht hat fährt nun mit unserem Auto wieder sechs Stunden durch die Nacht nach Merida zurück und lässt uns das neue Auto mit 190.000 km am Tacho hier. Zumindest haben wir für morgen aber einen fahrbaren Untersatz und können Calakmul besichtigen.