Klettergebiete in Montenegro

Noch nie gehört, dass man dort klettern kann? Eigentlich habe ich mir am Anfang auch keine Hoffnungen gemacht an diesen weißen Flecken der Kletterlandkarte etwas zu entdecken. Von Kroatien bis Griechenland gähnt ein klaffendes Loch in Punkto vertikale Betätigung. Doch wer suchet der findet.

Im folgenden ein paar Gebiete die wir besucht haben:

Montenegro: 

1. Podgorica – Smokovac

(das derzeit wohl beste und grösste Klettergebiet Montenegros), liegt in einem Canyon etwa 5 Kilometer hinter der Hauptstadt. Der gelb orange Fels ist meist versintert und erinnert an Wände wie es sie zum Beispiel in el Chorro in Spanien gibt. Da das Klettern hier noch nicht so lange praktiziert wird sind viele der Routen nur bis dorthin eingebohrt wohin das Kletterniveau gereicht hat. Sprich nach 15-20 Metern ist oft Schluss obwohl die Route noch Potenzial für weitere 10 Meter hätten. Verlängerungen sind alle möglich.

Wir haben auch Kontakt zu einigen lokalen Kletterern gehabt, die alle sehr aufgeschlossen und hilfsbereit sind. Für alle die gerne selber Routen erschliessen wollen oder Infos brauchen sind Sie der Anlaufpunkt. Am besten schaut Ihr einfach mal auf die Seite von Ihnen: http://www.montenegroclimbing.net/en/where-to-climb

Auch der Slowenische Profikletterer Klemen Bečan,hinterließ hier mit zwei Routen seine Spuren. „Neverovatni Dinosuari“ 8b und „Rotor and Wings“ 8b+

Routen: derzeit ca. 80

Topo: bis dato noch nicht vorhanden, Namen und Schwieriegkeit stehen am Einstieg der Routen angeschrieben.

Ausrichtung: westseitig, im Sommer Schatten bis ca. 14.00.

Verhältnisse: es kann im Canyon jedoch sehr heiss werden. Ideal zum klettern ist sicher Frühjahr und Herbst. Zustieg ca. 20 Minuten

Unterkunft: entweder wild kampieren am Fluss oder kleiner Campingplatz unterhalb der Felsen. Man könnte auch direkt am ebenen Wandfuss schlafen.

Sektor gegenüber Tankstelle:

Es gibt einen weiteren kleinen Sektor gegenüber der Tankstelle. Etwa 20 Routen von 5b-7a+.

Ausrichtung: Ostseitig, Nachmittags im Schatten

 

2. Kolasin

Fährt man die Strasse von Smokovac durch den Canyon weiter erreicht man Kolasin, ca. 1,5 h mit dem Auto. Der Schiort liegt in den Bergen und ist im Sommer angenehm kühl. Österreicher haben hier ein paar Routen erschlossen.

Felsqualität variert ziemlich, so ist mir in meiner zweiten Route ein riesiger Griff ausgebrochen (Route Fuck you..). Bin die Route dann nochmal geklettert und ich denke der Grad hat sich deswegen nicht verändert 🙂 Einige Routen sind zudem ziemlich mit Flechten zugewachsen. Am linken Rand sind einige neue Touren dazu gekommen. leider wurde oft auf brüchigem Fels und völlig sinnlos gebohrt.

Topo: topo-kolasin (von flugmeter.info)

 

 

3. Durmitor – Pirlitor:

Einer der intressantern Klettergärten im Durmitor Nationalpark. Von Italienern erschlossen. Ein Anfänger Sektor (kurze Routen bis 5b) und ein Sektor mit längeren Routen im scharfen, wasserzerfressenem Kalk. Routen sind recht anspruchsvoll.

Ohne 4×4 sollte man sein Auto besser etwas vorher abstellen und den Rest desWeges zu Fuss gehen.

Anfahrt und Topo: Pirlitor


4. Gusinje

An der Grenze zu Albanien gelegener Ort im Prokletje Gebirge. Im Vusanje Tal wurden hier mit Unterstützung der GTZ einige Klettergärten erschlossen.

Wir besuchten den grössten von Ihnen (Ali Pasha), dieser konnte uns jedoch leider nicht überzeugen. Da hier augenscheinlich wenig geklettert wird sind die Routen zugewuchert und auch die Felsqualität kann ich nur als mangelhaft bezeichnen. Ehrlicherweise habe ich nach zwei Routen aufgegeben und bin lieber ein Bier trinken gegangen. Vielleicht sind die anderen Sektoren ja besser.

Uns haben hier sowieso mehr die Berge und das Wandern angezogen.

Topo: Gusinje (Topo von Geoquest Verlag)

 

Exkurs Bosnien und Herzegovina:

Das Gebiet Dreznica, am Weg von Mostar nach Sarajevo bietet netten Fels mit Campingmöglichkeit, direkt über einem Fluss.

Topo: 

Some places in Croatia: Split

Ein Plätzchen über Split:
Das Thermometer schlug schon über 30 Grad aus und so legten wir auf dem Weg von Paklenica nach Split eine Siesta an den schönen Kiesstränden von Vodice ein.

San Francisco in Kroatien

Vodicê

Auf http://www.nature-classic.at haben wir von einer guten Biwak Möglichkeit und Klettergelegenheit hoch über Split gelesen.

Die Felsen von Malačka sind zwar nur zwischen 10-12 m hoch und auch die Schwierigkeiten gehen gerade bis 7a doch die Routen sind trotzdem recht ansprechend und ästhetisch. Am Nachmittag klettert man zudem im Schatten und eine angenehme Brise und der unvergesslichen Blick auf Split lassen die Kürze der Touren vergessen.

Malačka

Kurz oberhalb des Klettergarten befindet sich ein ehemaliger Militärübungsplatz an dem noch zwei Tontauben Schiessanlagen stehen. Dort haben wir dann auch unser Nachtlager aufgestellt. Ein wirkliches Zimmer mit Aussicht:

Zimmer mit Aussicht
über Split
die alten Schiessanlagen
Night

Leider machte der Wind die Nacht etwas unruhig und manchmal dachten wir im Windkanal zu stehen. 

Am nächsten Tag besuchten wir noch Trogir, eine alte Seeräuberstadt und fuhren weiter zum Klettergebiet Markezina Greda. Ein grosses Gebiet mit über 100

Routen, doch auch hier wurden wir leider vom Winde verweht und packten nach zwei Routen unsere Sachen.

Am Abend nächtigten wir in einem Apartment in Split. Das an sich schöne Split mit der historischen Altstadt, griechischen Tempeln und dem Diokletianspalast wurde jedoch auch von Orkan artigen Böen heimgesucht. Das Wasser wurde ins Land gepeitscht und die Äste von den Bäumen gefegt.