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Momentaufnahmen aus den Bergen und Ländern dieser Welt

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Montenegro: Skutarisee/ Skadar Lake

In etwa drei Stunden kann man alpine Bergwelt gegen mediterranes Ambiente tauschen wenn man von Zabaljak nach Petrovac fährt.
Montenegro bietet auf kleiner Fläche eine Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume.

Wir fahren zum Autokamp Maslina, in der Nähe von Petrovac. Der lange Kiesstrand hat auf Google Maps einen guten Eindruck hinterlassen.

In der Realität muss man ein paar Abstriche machen. Direkt hinter dem Strand befindet sich ein Wohnwagen Park und ein kleiner Fluss entwickelt ähnliche Gärgerüche wie eine Kläranlage.

Schade weil die Bucht, die links und rechts von grossen Felsen umschlossen ist, sonst sehr malerisch wirkt.

Am nächsten Tag fahren wir weiter, zum Strand von Petrovac, machen jedoch gleich kehrt als wir ein Meer von Sonnenschirmen und Liegen erblicken.

Auf der Suche nach mehr Abgeschiedenheit werden wir bei „Katun Rezevici“ fündig. Die Bucht ist zwar auch nicht abgeschieden aber auf der rechten Seite, wo der Kiesstrand mit grossen Felsblöcken gesäumt ist finden wir unter einem Kalkmonolithen ein schattiges Plätzchen.

Das glasklare, türkisblaue Meer eignet sich gut zum Schnorcheln und ich finde sogar einen Felsen an dem ich ein paar Traversen über dem tiefblauen Wasser ziehen kann.

Einziger Wermutstropfen, bleibt eine riesige Hotelruine am linken Ende der Bucht. Nie fertiggestellt, bröckelt der Betonkasten vor sich hin und verschandelt die Landschaft.

Blickt man über diese Tatsache hinweg findet man hier ansonsten einen relativ ruhigen Strand der noch nicht komplett mit Sonnenliegen zugepflastert wurde.

Von unserem Strand machen wir uns auf den Weg in Richtung Skutarisee. Vorbei geht es an der Touristenhochburg Budva, wo vornehmlich Russen und Ukrainer Körper an Körper am Strand picken oder auf Jetskis über die Wellen jagen. Auch die Luxusurlaubsinsel „Sveti Stefan“ lassen wir links liegen.

Unser Ziel heisst „Karuc“ und ist im Navi leider nicht zu finden. So machen wir ein paar kleine Umwege über Strassen wo der Asphalt langsam wieder von der Natur zurück gewonnen wurde.

Irgendwann stehen wir verloren in einem kleinen Weingut und müssen nach dem Weg fragen.

Der einzige der Englisch spricht ist der alte Grossvater „George“ der Seemann war und uns sehr hilfsbereit den richtigen Weg beschreibt. Zudem lädt er uns noch auf einen „Campari“ ein der sich schliesslich als selbst gemachter Kirschlikör entpuppt. Und es bleibt nicht bei einem, als er zum vierten Mal nachschenken möchte lehnen wir dankend ab. Immerhin ist es schon nach sieben und wir wollen doch noch nach „Karuc“ wo wir ein Apartment gebucht haben.

Ein paar Zwiebel aus eigen Anbau bekommen wir noch mit auf den Weg und der Schwiegersohn eskortiert uns noch mit seinem Auto zur Richtigen Abzweigung. Wenig später erreichen wir doch noch unsere Ziel „Karuc“.

So viel Herzlichkeit überwältig uns.

Auch unsere Unterkunft gefällt uns. „Karuc“ ist eigentlich ein kleiner Weiler direkt an den Ausläufern des Skutarisees. Abgelegen und untouristisch.

Seerosen und Schilf bilden grüne Inseln im See. Unser Apartment ist in einem alten Steinhaus das sich an das Ufer schmiegt und mit wildem Wein zugewachsen ist. Feigenbäume spenden Schatten.

Von der unteren Terrasse kann man direkt in den See hinaus schwimmen.

Das Abendessen besteht, wie könnte es anders sein aus frisch gefangenem Seefisch. Fischsuppe und die frittierten Karpfen sowie Forellen sind köstlich.

Schade dass wir morgen schon wieder fahren!

Das mysteriöse Ostrog Kloster in der Nähe von Nickšić

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George, Esel, See und Ich

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Küste Montenegro

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Das mysteriöse Ostrog Kloster in der Nähe von Nickšić

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„Karuc“

 

Montenegro: Nationalpark Durmitor

Bergtour auf den Bobotov Kuk 2.523m

Heute halb im Nebel und halb in der Sonne auf den Bobotov Kuk gewandert. Die höchste Erhebung des Durmitor Nationalparks. Manchmal auch als höchster Gipfel Montenegros angeführt, was aber anscheinend nicht stimmt weil es noch einen bisschen höheren gibt, der liegt aber zur Hälfte in Albanien und deswegen wollen die Montenegriner lieber den Bobo als höchsten anerkennen weil der zur Gänze Ihnen gehört.

Uns ist das ziemlich wurscht weil die paar Meter interessieren eh niemanden.

Los gehts für uns aus Zabljak, das ist die Nordroute. Es gibt auch noch zwei Wege von Süden wo man schon auf 1.900m startet und sich 500hm und ein paar Kilometer spart.Wir wollten den Klassiker weil zu einfach soll man sichs auch nicht machen.Nachdem wir gestern ordentlich durchgewassert wurden hoffen wir heute auf besseres Wetter.

Als um 5.00 der Wecker klingelt erblicken meine müden Augen leider nur graue Trübnis und der nächste Regenguss scheint zum Greifen nahe.Nach kurzem hin und her schleppen wir uns dann doch aus den Federn und anschließend in den Nationalpark.

Als wir um Punkt 6.00 aus dem Auto steigen hängen die Nebelschwaden noch tief im grünen Wald und noch nicht einmal das Mauthäuschen das 2€ pro Person kassiert ist offen. So sparen wir uns zumindest den Eintritt.

Wie mechanisch setzen wir einen Schritt vor den anderen, wir sind zu müde zum reden. Nur die Vögel hört man hie und da durch den Nebel, wenn Sie den neuen Tag begrüssen.So in etwa geht es die ersten drei Stunden dahin, wir treffen lediglich ein Pärchen das das selbe Ziel hat.

Wolken ziehen über uns vorbei doch die Sonne lässt sich nicht blicken. Wir hoffen nur, dass es nicht wie gestern aus vollen Kübeln zu schütten anfängt. Der Weg zurück wäre jetzt schon ziemlich lang.

Gegen 10.30 erreiche ich den Gipfel, zuvor hat es ordentlich gestürmt und Bernadett wartet auf der kleinen Einsattelung etwa 150hm unterhalb. Oben sieht man auch nicht mehr als zuvor und so knipse ich schnell ein Erinnerungsfoto und mache mich an den Abstieg.

Wieder am Sattel angekommen überrede ich Bernadett doch noch zum Gipfel zu kommen, oben war es schliesslich wärmer als hier.

Kurz nachdem Bernadett zum ersten Mal und ich zum zweiten Mal den Gipfel erreichen kommt eine etwa 15 köpfige kroatische Wandergruppe auch herauf. Lauthals wird der Gipfelsieg gefeiert und ich soll sogleich ein paar Fotos von der Gruppe schiessen die sogar noch die kroatische Fahne auspacken.

Just in dem Moment als ich denke schlimmer kanns nicht werden strahlt die Sonne durch die Wolken und wärmt unsere müden Glieder.

Endlich sehen wir durch die zerfetzen Wolken hindurch was und bis dahin verborgen blieb: schroffe Felsen, grüne Hänge, mit Gras bewachsen das fast zu fluoreszieren scheint und Gämsen die über die Grate huschen.

Immer mehr erkennen wir weil der Wolkenschleier sich lichtet und so ist auch der Abstieg intressant weil wir immer wieder neues entdecken.

Daten der Tour, Zabljak Route:

ca. 1.400 hm im Aufstieg

Etwa 20 Kilometer gehen

Gesamt: 8-10 Stunden

Die Höhenmeter sind eigentlich nicht so viel doch der Weg zieht sich ziemlich, es geht immer wieder auf und ab und das Gros der Höhenmeter erledigt man im letzen Drittel wo es über Schotterinnen und verblocktes Gelände Richtung Gipfel geht.

Aufstieg Südseite:

Vom Sedlo Pass auf 1.900m. Etwa 2,5-3h, damit deutlich kürzer.

Schön soll auch die Überschreitung von Süd nach Nord oder vice Versa sein.

so verlassen blieb der Gipfel nicht lange

beim Abstieg lichtet sich der Wolkenschleier

Bobotov Kuk der höchste auf der rechten Seite

jetzt wirds fast kitschig