Montenegro: Nationalpark Durmitor

Bergtour auf den Bobotov Kuk 2.523m

Heute halb im Nebel und halb in der Sonne auf den Bobotov Kuk gewandert. Die höchste Erhebung des Durmitor Nationalparks. Manchmal auch als höchster Gipfel Montenegros angeführt, was aber anscheinend nicht stimmt weil es noch einen bisschen höheren gibt, der liegt aber zur Hälfte in Albanien und deswegen wollen die Montenegriner lieber den Bobo als höchsten anerkennen weil der zur Gänze Ihnen gehört.

Uns ist das ziemlich wurscht weil die paar Meter interessieren eh niemanden.

Los gehts für uns aus Zabljak, das ist die Nordroute. Es gibt auch noch zwei Wege von Süden wo man schon auf 1.900m startet und sich 500hm und ein paar Kilometer spart.Wir wollten den Klassiker weil zu einfach soll man sichs auch nicht machen.Nachdem wir gestern ordentlich durchgewassert wurden hoffen wir heute auf besseres Wetter.

Als um 5.00 der Wecker klingelt erblicken meine müden Augen leider nur graue Trübnis und der nächste Regenguss scheint zum Greifen nahe.Nach kurzem hin und her schleppen wir uns dann doch aus den Federn und anschließend in den Nationalpark.

Als wir um Punkt 6.00 aus dem Auto steigen hängen die Nebelschwaden noch tief im grünen Wald und noch nicht einmal das Mauthäuschen das 2€ pro Person kassiert ist offen. So sparen wir uns zumindest den Eintritt.

Wie mechanisch setzen wir einen Schritt vor den anderen, wir sind zu müde zum reden. Nur die Vögel hört man hie und da durch den Nebel, wenn Sie den neuen Tag begrüssen.So in etwa geht es die ersten drei Stunden dahin, wir treffen lediglich ein Pärchen das das selbe Ziel hat.

Wolken ziehen über uns vorbei doch die Sonne lässt sich nicht blicken. Wir hoffen nur, dass es nicht wie gestern aus vollen Kübeln zu schütten anfängt. Der Weg zurück wäre jetzt schon ziemlich lang.

Gegen 10.30 erreiche ich den Gipfel, zuvor hat es ordentlich gestürmt und Bernadett wartet auf der kleinen Einsattelung etwa 150hm unterhalb. Oben sieht man auch nicht mehr als zuvor und so knipse ich schnell ein Erinnerungsfoto und mache mich an den Abstieg.

Wieder am Sattel angekommen überrede ich Bernadett doch noch zum Gipfel zu kommen, oben war es schliesslich wärmer als hier.

Kurz nachdem Bernadett zum ersten Mal und ich zum zweiten Mal den Gipfel erreichen kommt eine etwa 15 köpfige kroatische Wandergruppe auch herauf. Lauthals wird der Gipfelsieg gefeiert und ich soll sogleich ein paar Fotos von der Gruppe schiessen die sogar noch die kroatische Fahne auspacken.

Just in dem Moment als ich denke schlimmer kanns nicht werden strahlt die Sonne durch die Wolken und wärmt unsere müden Glieder.

Endlich sehen wir durch die zerfetzen Wolken hindurch was und bis dahin verborgen blieb: schroffe Felsen, grüne Hänge, mit Gras bewachsen das fast zu fluoreszieren scheint und Gämsen die über die Grate huschen.

Immer mehr erkennen wir weil der Wolkenschleier sich lichtet und so ist auch der Abstieg intressant weil wir immer wieder neues entdecken.

Daten der Tour, Zabljak Route:

ca. 1.400 hm im Aufstieg

Etwa 20 Kilometer gehen

Gesamt: 8-10 Stunden

Die Höhenmeter sind eigentlich nicht so viel doch der Weg zieht sich ziemlich, es geht immer wieder auf und ab und das Gros der Höhenmeter erledigt man im letzen Drittel wo es über Schotterinnen und verblocktes Gelände Richtung Gipfel geht.

Aufstieg Südseite:

Vom Sedlo Pass auf 1.900m. Etwa 2,5-3h, damit deutlich kürzer.

Schön soll auch die Überschreitung von Süd nach Nord oder vice Versa sein.

so verlassen blieb der Gipfel nicht lange
beim Abstieg lichtet sich der Wolkenschleier
Bobotov Kuk der höchste auf der rechten Seite
jetzt wirds fast kitschig

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