Comici, Grosse Zinne, VII, 500 Meter

Emilio Comici und die Dibona Brüder eröffneten diese Route bereits im Jahr 1933. Unglaublich auch heute noch wenn man als Vorsteiger den steilen abweisenden Zinnenfels empor klettert.

Emilio Comici, der schon mit 39 Jahren bei einem tragischen Unfall in einem Grödner Klettergarten durch den Riss einer Bandschlinge verstarb setzte sich mit dieser Route wohl sein größtes Denkmal.

Auch 90 Jahre nach der Erstbeghehung ist die Comici immer noch eine der begehrtesten Touren der Dolomiten. Für viele wird Sie zugänglicher sein als die benachbarte Hasse-Brandler und das große Norwandkino kann man auch in der Comici erleben.

Früh aufstehen sollte man jedenfalls wenn man sich die Pole Position für das Rennen um die Zinne sichern will. Wir standen um kurz vor sechs am Einstieg und waren die ersten. Hinter uns folgten aber noch weitere 6-7 Seilschaften,

Manchmal hat man schon das Gefühl aufgefedelt wie die Raupen an einer Schnur in Richtung Austieg zu krabbeln und das kann die Anspannung etwas verstärken, vor allem wenn man sich vornimmt alles frei zu klettern.

Gottseidank liesen uns die Verfolger aber kalt und so klappte es auch mit dem Rotpunkt. Bis auf eine Seilschaft mit bekanntem Südtiroler Bergführer, die wir aber gerne vorbei liesen, sahen wir dann bis zum Ausstieg niemanden mehr.

Alles in allem für mich eine der schönsten und eindrucksvollsten Touren die ich bisher geklettert bin. Die Absicherung in den schweren Längen bis zum Band ist relativ gut mit vielen Haken unterschiedlichster Qualität. Nach dem Band kommen die nominell leichteren Längen die dafür sehr spärlich gesichert sind und auch immer noch steil genug sind.

Zur Verbesserung der vorhandenen Infrastruktur ist ein Satz Cams bis Größe 2 und eventuell Keile notwendig.

gut besucht ist auch der Parkplatz bei der Auronzo Hütte

Hochferner Nordwand (3.470m)

Ein Klassiker in den Zillertaler Alpen der bereits 1929 von K. Baumgartner und W. Mayr erst begangen wurde. Mittlerweile hat sich die Wand durch den Gletscherschwund sicher auch verändert.

Lukas und ich starten um 2.00 von Innsbruck und fahren durch das Pfitschtal bis ans Ende der Strasse. Die Pfitscherjochstrasse ist noch unpassierbar und so verlängert sich der Anstieg zum Günter Messner Biwak um ca. eine halbe Stunde. Gute 2 Stunden und etwa 1.000 Hm kann man rechnen bis man hier angelangt ist und unter der Wand steht.

Die Tourenski leisten gute Dienste bis hierher nun kommen Sie zum klettern aber auf den Rucksack. Das war die Idee um den Abstieg etwas zu verkürzen.

Die Wand im Blick
Seilfrei geht es bis zur ersten Steilstufe
Der Gletscher ist schon länger hier als wir, das sollte man nie vergessen. Und er wird es auch noch sein wenn wir schon weg sind. Einige Unfälle die in dieser Wand passierten ließen mich nachdenken wie klein der Mensch doch im Vergleich zum Berg ist. Der Berg lässt Besteigungen zu oder nicht und der Mensch kann nur bitten das er Heil wieder zurück kommt doch das liegt nicht immer in seiner Hand.
In der zweiten SL der ersten Steilstufe. hier sind wir ziemlich gerade hinauf.
links neben uns kletterte eine Seilschaft aus Oberstdorf
Blick zurück. Das Eis war extrem spröde und so kostete es einiges an Kraft und gute Wadenmuskulatur um weiterzukommen.
die zweite kurze Steilstufe führte auf einen kleine Erhöhung
Blick zurück
der Eisturm
hier ging es in einer links, rechts Schleife zwischen Eis und Schnee weiter
am Ende geht es über ein Schneefeld Richtung Grat. Vorsicht auf die Querspalten in diesem Bereich
nach dem Ausstieg auf dem Grat, im Hintergrund der Hochfeiler
Blick Richtung Süden
Blick Richtung Osten
der apere Gipfelgrat
Abfahrt im Sulz/ Firn/ Harsch. Je nachdem wo der Saharastaub zu liegen kam und der Wind sein Unwesen getrieben hatte war die Schneebeschaffenheit ganz unterschiedlich
der Rückweg mit den Ski ist leider auch kein Honig lecken. Mehrmaliges abschnallen, umorientieren und eine Steile Rinne als Gegenanstieg machten die „Abfahrt“ nochmals spannend
generell sehr wenig Schnee heuer im Süden
Blick zurück, in etwa hier muss man die Rinne raufstapfen um weiterzukommen. Beim ersten Mal haben wir diese verpasst und landeten in einer Sackgasse.

FAZIT: Lange Tour die der Kondition einiges abverlangt. Die Eis Verhältnisse in der Wand waren mit den Ski am Rücken durchaus anspruchsvoll, auch weil man viel schlagen musste. In Wintern mit viel Schnee eventuell weniger Blankeispassagen. Allerdings fehlt mir hier der Vergleich. Auch den Abstieg mit den Ski sollte man nicht unterschätzen.

Begehung am 26.03.2022