Über Arzler Alm, Rumer Alm, Vintlalm zur Pfeishütte

Als Innsbrucker hat man ja die Berge vor der Haustür und muss nicht immer weit fahren. Besonders an so schönen Spätsommertagen wie dieser einer war bietet sich ein Abstecher in die wilde Welt des Karwendels an.

Tour:

Mit Auto, Bus, Hungerburgbahn oder für die ganz sportlichen auch mit dem Drahtesel zur Hungerburg.

Von dort über Waldwege Richtung Arzler Alm und weiter zur Rumer Alm. Dort lässt sich schon einmal perfekt die erste Pause mit Aussicht auf Innsbruck genießen.

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nach der Vintlalm

Von der Rumer Alm ostwärts dem Weg folgen und über einen angenehmen Steig im Wald in Richtung Vintlalm. Vor der Vintalm sieht man schon die Beschilderung zur Pfeishütte bzw. Rumerspitz und folgt dieser auf schmalem Weg durch Latschenfelder bis zum Kreuzjöchl.

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Wanderer am Weg zur Rumerspitz

Am Weg von der Vintalm zum Kreuzjöchl ändert sich der Charakter der Landschaft plötzlich. Der Wald macht den Latschen Platz und die Grüntöne verfärben sich ins gräuliche. Man hat Schotter unter den Füssen und spitze Felszacken vor Augen. Da und dort erspäht man auch die ein oder andere Gams.

Am Kreuzjöchl stehend hat man auf der einen Seite das dicht besiedelte Inntal mit der Alpenhauptstadt Innsbruck vor sich und zur anderen Seite die karge Felslandschaft des Karwendels. Absteigend nähert man sich langsam der Pfeishütte wo schon die wohlverdienten Knödel warten. Die Hütte liegt wunderschön und einsam zugleich in einer Senke hinter der Rumerspitz. Erreichbar mit dem Mountainbike auch von Scharnitz.

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Am Übergang ins Karwendel
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Pfeishütte

Wir beschlossen über den Götheweg weiter Richtung Hafelekar auzusteigen um noch die schöne Aussicht ins Karwendel länger geniesen zu können. Von dort lässt es sich dann bequem mit der Bahn wieder Richtung Hungerburg fahren.

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am Götheweg kurz vor dem Hafelekar

Alternativ kann man natürlich auch die Arzler Scharte abrutschen und zu Fuss zurück zur Hungerburg gelangen.

Wer noch einen Gipfel mitnehmen möchte kann vom Kreuzjöchl eine tolle Ost – West Überschreitung der Rumerspitz machen. Ca. 3h Mehraufwand, allerdings muss man dann auch auf die Knödel verzichten 😉

Daten:

ca. 13,5 km, ca. 6-7 Stunden, 1.800 hm im Aufstieg und ca. 450 hm im Abstieg

Streckenverlauf:

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Dolomiten – Piz Ciavazes, Roberta 83, 7a+ 250m

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Passo Sella

Wieder einmal einen kurzen Abstecher mit Stefano in Südtiroler Gefilde gemacht, nachdem das Wetter dort besser angesagt war wie bei uns. In ca. 1 Stunde 45 Minuten Fahrt von Innsbruck erreichten wir den Sella Pass.

Die 2 Grad Aussentemperatur welches das Thermometer im Auto anzeigte lies zwar auch nicht gerade Sommergefühle aufkommen durch die Südseitige Ausrichtung der Wand und Windstille lies es sich in der Sonne mit Pullover aber angenehm klettern. Sicherlich wärmer als am Schüsselkar wo wir ursprünglich hin wollten.

Die Route:

Ein sanierter Klassiker welcher am Piz Ciavazes hinauf führt. Ein Mix aus Plattenkletterei an Löchern und einigen athletischen Passagen. Die Seillängen 1- 5 sind Plattenkletterei.

Erste Seillänge:

Dritte Seillänge:

Die sechste Seillänge stellt den Schlüssel für Rotpunkt Aspiranten dar. Zuerst muss ein kleines Dach überwunden werden, entweder geradeaus mit einem kurzen aber kräftigen Boulderzug oder rechts, wie mein Seilpartner von einem Untergriff zu einem Loch für die rechte Hand und dann ein ziemlicher weiter Zug nach links zu einer guten Leiste.

Die eigentliche Schlüsselstelle folgt aber danach. In einer links- rechts Schleife geht es an ziemlich kleingriffiger Struktur weiter. Nicht leicht zu lesen und etwas unübersichtlich. Zum Stehen gibt es auch nicht viel und der Fels ist etwas rutschig. Fühlte sich im Nachstieg ziemlich wackelig an und ich dachte ich mache gleich einen Abgang. Es ging dann aber trotzdem sturzfrei und so holten wir uns beide das Onsight der ganzen Route.

Die Tour war eine der ersten, mit Bohrhacken in den Dolomiten. Die Original 6mm Bolts stecken zum Teil immer noch, wurden aber inzwischen durch einige zusätzliche ergänzt. So ergibt sich ein ziemlicher Bohrhackenmix. Die Abstände sind an einigen Stellen doch recht weit und aus meiner Sicht ist die Platzierung auch nicht immer sinnvoll. So zum Beispiel der dritte Hacken in der dritten Seillänge.

Die letzten drei Seillängen sind dann wieder athletisch an guten Löchern.

Die siebte Seillänge ist eine lange rechts Querung mit einer etwas heiklen Stelle zum Schluss.

Die achte Seillänge führt zuerst gerade eine steile Verschneidung hinauf und dann nach rechts. Hier stecken die Bohrhacken auch wieder etwas weit auseinander.

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Die neunte und letzte Seillänge hat mir persönlich am besten gefallen und führt steil über zwei gutgriffige Dächer zu einer Plattenstelle und schliesslich zum Ausstieg.

img_9651Insgesamt eine schöne und abwechslungsreiche Tour. Die Felsstruktur unterscheidet sich etwas von den anderen Dolomiten Routen die ich bisher geklettert bin. Eben oft klein strukturiert und etwas splittrig wenngleich sehr fest. Erinnerter mich manchmal an die Martinswand.

TOPO -> hier

Bericht Stefano -> hier 

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Jausenzeit 🙂