Wetterstein, Peters – Haringer

Eine der absoluten Klassiker im Schüsselkar. Erst begangen am 25. und 26. Juni 1934 durch Rudolf Peters und H. Haringer.

Eine gewaltige Leistung mit der damaligen Ausrüstung. Auch heute noch stellt die Tour eine kletter technische Herausforderung dar, wenngleich man durch die neuen Klebehaken den Charakter deutlich entschärft hat. Umso erfreulicher dass heute alles frei geklettert wurde.

Die Umgebung bleibt dennoch eindrucksvoll und in dem stets steilen und manchmal sogar leicht überhängendem Gelände muss man sich schon gut festhalten um keinen Abflug zu machen.

Die Klettertechnik variiert von Seillänge zu Seillänge und ist oft ungewöhnlich. Manchmal stemmt man, manchmal schrubbt man im Riss und oft ist es einfach nur genial.

Die bestehende Infrastruktur lässt sich mit dem ein oder anderen Friend und Keil noch gut ergänzen.

Abgeseilt haben wir über die Friedenspfeiffe welche ziemlich überhängt. Expressen einhängen nicht vergessen.

Führerangaben: die Schwierigkeiten sind in den verschiedenen Führern unterschiedlich angegeben. Zwischen den 6+ und 7- Längen wie sie im Panico Führer stehen merkt man eigentlich keinen Unterschied. Die 4. Sl 6+ kam mir schwerer vor als die anderen. Die Längenangaben der Seillängen haben auch nicht immer gestimmt.

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1.Sl, IV: Einstieg nach dem Vorbau über Risse relativ leicht aufwärts

2.Sl, VI+: zuerst links haltend und dann durch die Schwachstelle über einen kleinen Überhang nach rechts queren, anschließend nochmals eine kräftige Stelle mit Wandkletterei

3.SL, VII-: über breite Risse zu einer gelben Verschneidung und dieser entlang bis zu einem grauen Piazriss

4.SL, VII-: Piazriss mit der Crux am Ende bei der man sich weit nach links fallen lassen muss

5. SL, VII-: graue athletische Verschneidung mit Linksquerung am Ende

6. SL, VI: über einen Überhang nach rechts aussteigen und eine etwas brüchig aussehende Verschneidung empor

7. SL, VI oder VII-?: eine graue, glatt aussehende Verschneidung die man aber zuerst an der linken Wand entlang klettert und über breite Risse aussteigt.

8.SL; IV: weit nach rechts in eine gut griffige kurze Verschneidung, Stand gleich rechts nach der Verschneidung

9. SL, III+: lange links Querung über brüchiges und splittriges Gelände.

10. Sl; IV: kurze Verschneidung dann weiter in Rinne –> von hier kann man zum Stand der Friedenspfeiffe abseilen

SL 11-15: Wir seilten aus Zeitmangel leider nach der 10. Länge ab. Die Schwierigkeiten sind hier eigentlich vorbei bis auf die 12. Sl wo noch eine VIer Stelle wartet.

 

Schüsselkar – Aschenbrenner/ Rainer

Am Samstag gings wieder mal den langen Zustieg durch das Puittal in Richtung Schüsselkar. Jose war mein Partner an diesem Tag und unser Ziel schwankte zwischen dem Weg der Nasenbohrer und der Aschenbrenner/ Rainer.

Schließlich ist es doch der Klassiker geworden mit der ersten Seillänge über die Pfeilerrisse. Der Einstieg befindet sich rechts einer weißen Gedenktafel. In der steilen, nunmehr relativ gut abgesicherten Route könnte man denken man befindet sich in einer neuer alpinen Sportkletter Kreation. Bedenkt man, dass die Erstbegeher hier 1939 mit der damaligen Ausrüstung erfolgreich waren kann man nur den Hut ziehen.

Hier ein interessanter Link zur Geschichte des Kletterns im Schüsselkar: Geschichte der Erstbegehungen im Schüsselkar

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immer wieder schön dieser Ausblick
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José am Ende der ersten 60m Seillänge
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am Beginn der 2. Sl, 7-
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tolle Verschneidung in der 3.SL
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die 4. Sl mit spektakulärem Dach nach rechts
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5.SL von oben
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Ende der 7. SL
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Abklettern über den Grat
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Notbiwak
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Westgrat

1.SL: 60m, 6+ Hier geht es gleich etwas kräftig den kurzen Riss empor. Bis zum Anfang der eigentlichen Rissverschneidung gibt es auch kein fixes Material, aber es lässt sich mit Friends gut nachbessern. Am Anfang der Rissverschneidung könnte man einen Zwischenstand machen wir sind hier aber gleich weitergeklettert. Die Seillänge ist wirklich sehr ästhetisch in der leicht überhängenden Verschneidung. Hier gibt es dann auch alle drei Meter einen Klebehaken. Zusammen genommen kommt man mit einem 60m Seil genau bis zum Stand am Ende der Verschneidung. Also eine wirklich tolle erste SL.

2.SL: 40m, 7- links haltend geht es zuerst einem schrägen Riss entlang unter ein Untergriff Dach, welches man links überwindet. Dann in leichterem Gelände weiter nach links

3.SL: 35m,7- (gerade hinauf in die Verschneidung, immer leicht überhängend und pumpig. Am Ende der Verschneidung nochmals ein kurzer schwerer Zug)

4.SL: 35m, 7 Spektakulär geht es ausgesetzt nach rechts bis zu einem Dach welches mit athletischen Zügen überwunden wird. Ausgesetzt und spannend 😊

5.SL: 40m, 6 Hier zweigt rechts die Superdirekte ab und links geht es über einige Blöcke in gut kletterbaren Terrain nach oben. Nicht mehr so ausdauernd wie die beiden Seillängen zuvor.

6.SL: 40m, 6 Wieder spektakulär überwindet man einen weiteren Bauch an der linken, ausgesetzten Seite und schiebt sich mit gehörig Luft unterm Hintern nach oben. Immer griffiger, rauher Fels in den Händen.

7.SL: 40m, 5 Nur mehr ein Bolt am Anfang vorhanden, danach freie Geländewahl. Wir sind etwas rechts geklettert im gutgriffigen grauen Kalk. Sicherungen lassen sich gut legen. Bliebe man von Anfang an links könnte man hier auch im IIIer Gelände eine gestufte Rinne nach oben steigen.  Logischer Standplatz in einer bequemen Mulde.

8.SL + 9.SL im Panico Führer ist hier ein Zwischenstand eingezeichnet, den wir nicht gefunden haben. Am besten das Seil ausgehen und Stand mit Köpfelschlinge am Grat.

 

Abstieg: nachdem im Panico Führer von der Zak Abseilpiste abgeraten wird haben wir den Abstieg über den Westgrat gemacht. Leider ein ziemlich zeitaufwendiges Geschinde. Insgesamt haben wir fünfmal abgeseilt. Sonst muss man viel über den Grat oder auch nordseitig etwas unterhalb des Grats abklettern. II-III. ca. 200-300 Meter nachdem Ausstieg westseitig haben wir auch einen Stand mit zwei Klebehaken am Ende eines Turmes gesehen, vorher seilt man ca. 10m nordseitig ab. Hier könnte man südseitig abseilen in eine Rinne aber ob es hier weitergeht wussten wir leider nicht.

Für den Westgrat Abstieg brauchten wir ca. 1,5 – 2h. Geht wahrscheinlich auch schneller, aber wir haben immer mal wieder den Zak Spezialhaken gesucht aber nie gefunden.

Man kommt dann westseitig des Kammes unterhalb der Scharnitzspitze heraus und kann den Weg entlang der Wand zum Rucksackdepot gehen. Dort angekommen löste der bleierne Himmel seine Schleusen und es begann zu donnern und zu blitzen. Im Laufschritt liefen wir dann mit dem schweren Rucksack das Puittal hinaus. Der Wind peitschte uns die Hagelkörner auf das Gewand und als wir den Wald erreichten waren wir recht froh etwas geschützter zu sein. Gutes Timing ist eben wichtig 😊 in der Wand wäre diese Gewitter wahrscheinlich recht unangenehm geworden.

Charakter: Sehr anregende Felsfahrt in meist bestem Wettersteinkalk der sehr rau und griffig ist. Durch die üppige Absicherung ist der ursprüngliche Charakter wahrscheinlich etwas verloren gegangen die Kletterei ist dennoch vom feinsten.